Leichter Zementschleier auf Fliesen lässt sich meist mit einem passenden Zementschleierentferner und etwas Geduld lösen. Entscheidend ist, dass du die Fugen schützt, die richtige Einwirkzeit einhältst und gründlich mit viel Wasser nachspülst, damit keine Säurereste zurückbleiben.
Wenn der Belag schon länger antrocknet, brauchst du oft mehrere Durchgänge, eventuell mit einer stärkeren sauren Reinigungslösung und mechanischer Unterstützung durch Pad oder Bürste. Je besser du die Ursache einschätzt, desto gezielter kannst du vorgehen und vermeidest Schäden am Belag.
Was Zementschleier überhaupt ist und warum er entsteht
Zementschleier ist ein feiner, grauer bis weißlicher Film aus Zement- und Mörtelresten, der nach dem Verfugen oder Verlegen von Fliesen auf der Oberfläche zurückbleibt. Er entsteht, wenn beim Reinigen nach dem Verfugen zu viel Wasser verwendet wird, Fugenmörtel verschmiert und in einer dünnen Schicht auf den Fliesen antrocknet. Diese Reste verbinden sich mit Kalk und Staub und haften dann überraschend hartnäckig.
Oft zeigt sich der Belag erst richtig, wenn der Boden nach dem Bau zum ersten Mal ordentlich geputzt und getrocknet wurde. Besonders auffällig ist das auf dunklen, glänzenden Fliesen, auf denen die helle Schleierschicht wie ein milchiger Film wirkt. Auf hellen, matten Fliesen fällt es weniger stark auf, kann aber ebenfalls die Optik deutlich beeinträchtigen.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen losem Schmutzfilm aus Staub, Putzmittelresten oder Kalk und echtem Zementschleier. Ein normaler Haushaltsreiniger entfernt Zementschleier nur selten, während ein leicht alkalischer Allzweckreiniger Kalk und Fett häufig gut löst. Bleibt der Film trotz gründlichem Wischen und klarem Wasser bestehen, ist Zement als Ursache sehr wahrscheinlich.
Geeignete und ungeeignete Fliesenarten für saure Reiniger
Die Entfernung von Zementresten funktioniert meistens mit sauren Reinigern, etwa auf Basis von Zitronen-, Sulfamin- oder Phosphorsäure. Diese Mittel lösen Zementverbindungen an, ohne die Fliesenoberfläche zu beschädigen – aber nur, wenn der Belag säurebeständig ist. Deshalb ist die genaue Fliesenart dein erster Prüfpunkt.
Keramische Fliesen aus Feinsteinzeug oder Steinzeug mit geschlossener, glasierter Oberfläche gelten in vielen Fällen als säurebeständig. Auch viele naturmatte Feinsteinzeugfliesen sind gegenüber moderat sauren Reinigern unempfindlich. Vorsicht ist jedoch bei Naturstein angesagt: Kalkhaltige Steine wie Marmor, Travertin, Solnhofener Platten, Jura-Kalkstein oder manche Sandsteine werden von Säure angegriffen und dauerhaft matt oder fleckig.
Wenn du nicht sicher bist, zu welcher Gruppe dein Boden gehört, hilft ein kurzer Materialtest an einer unauffälligen Stelle. Gib einen Tropfen Zitrone oder Essig auf die Fliese und beobachte, ob sich Bläschen bilden oder die Oberfläche innerhalb einiger Minuten sichtbar verändert. Zeigt sich eine Reaktion, darfst du keine säurehaltigen Zementschleierentferner verwenden und brauchst schonendere Spezialprodukte. Bleibt die Oberfläche unverändert, ist ein geprüfter Reiniger für Zementreste meistens geeignet, sollte aber trotzdem stets gemäß Herstellerangaben dosiert werden.
So findest du heraus, wie stark der Zementschleier ist
Bevor du loslegst, lohnt es sich zu beurteilen, wie hartnäckig der Belag ist. Die Stärke des Zementschleiers entscheidet darüber, ob ein einziger Reinigungsgang ausreicht oder ob du mehrere Stufen einplanen musst. Außerdem erkennst du so, ob vielleicht noch richtige Mörtelreste oder Fugenüberstände vorhanden sind, die du nicht mit einem normalen Wischvorgang lösen kannst.
Ein dünner, gleichmäßiger Schleier ist meist nur optisch störend. Wenn du mit einem feuchten Finger darüberwischst, wirkt die Stelle für einen Moment sauber, der Film kommt beim Trocknen aber zurück. Dieser Fall spricht für eine leichte Ausprägung, die mit einem haushaltsüblichen Zementschleierentferner in der Regel gut zu bändigen ist.
Siehst du dagegen klar abgesetzte Schlieren, dickere Ränder an der Fuge oder richtige Grate und Nasen, handelt es sich eher um grobe Zementrückstände. Diese Brocken oder Kanten solltest du zuerst mechanisch entfernen, etwa mit einem Kunststoffschaber oder einer Fugenreinigungsbürste. Bleiben sie auf der Oberfläche, verbrauchst du unnötig viel Reiniger, und die Reinigungswirkung verteilt sich nicht gleichmäßig.
Schließlich spielt auch das Alter des Belags eine Rolle. Frische Zementfilme innerhalb der ersten ein bis drei Wochen nach dem Verfugen reagieren deutlich leichter auf saure Reiniger. Je älter der Schleier, desto fester sind die Mineralien gebunden. Bei länger zurückliegenden Bauarbeiten kann dann ein stärker dosiertes Mittel oder ein zweiter Reinigungsgang notwendig werden.
Schrittweise Vorgehensweise für säurebeständige Fliesen
Bei säureverträglichen keramikbasierten Fliesen funktioniert eine systematische Vorgehensweise am sichersten und effektivsten. Die Idee ist, die Zementverbindungen anzulösen, ohne die Fugen anzugreifen, und dann alle Rückstände sorgfältig mit Wasser aufzunehmen. Ein planvolles Vorgehen reduziert außerdem das Risiko von Flecken, Streifen und Schlierbildung nach dem Trocknen.
In der Praxis hat sich folgende Abfolge bewährt: Zuerst kehrst oder saugst du lose Baustellenreste, Sand, Staub und Mörtelbrösel gründlich auf. Danach befeuchtest du den Boden mit klarem Wasser, ohne ihn zu fluten. Anschließend trägst du den Zementschleierentferner nach Herstellerangabe verdünnt auf, lässt ihn einwirken, arbeitest mit einem weißen Pad oder einer Bürste nach und nimmst die Schmutzflotte vollständig wieder auf. Zum Schluss spülst du mit reichlich klarem Wasser nach, am besten in zwei Durchgängen.
Die Arbeit in Abschnitten erleichtert die Kontrolle. Behandle beispielsweise immer nur sechs bis acht Quadratmeter auf einmal, damit die Reinigungslösung nicht antrocknet, bevor du sie wieder aufnimmst. So kannst du den Effekt besser beurteilen und bei Bedarf nachsteuern, etwa mit etwas längerer Einwirkzeit oder minimal höherer Dosierung beim nächsten Abschnitt, sofern die Fliesen und Fugen das vertragen.
Der richtige Umgang mit Zementschleierentferner
Zementschleierentferner sind Spezialreiniger auf Säurebasis, die für Fliesen und Fugen entwickelt werden. Sie sind deutlich wirksamer als Essigreiniger, lassen sich aber besser steuern als reine Säuren. Damit sie ihren Job erledigen und keine Schäden verursachen, spielen Dosierung, Einwirkzeit und Technik zusammen.
Die Dosierung richtet sich immer nach dem Produkt und dem Grad der Verschmutzung. Als Faustregel gilt: Starte eher am unteren Ende der empfohlenen Konzentration und erhöhe nur, wenn der Effekt sichtbar zu schwach ist. Ein Test an einer unauffälligen Ecke oder in einer hinteren Raumecke zeigt dir schnell, wie das Material reagiert und wie gut der Schleier sich damit löst.
Bei der Einwirkzeit sind wenige Minuten oft ausreichend. Der Reiniger sollte nicht eintrocknen, sonst können sich neue Schlieren bilden, und der Wirkstoff konzentriert sich in Flecken. Wenn du merkst, dass die Lösung zu schnell abtrocknet, arbeite in kleineren Bereichen oder befeuchte den Boden leicht nach, ohne neue Reinigerlösung im Übermaß aufzutragen. Nach der Einwirkphase unterstützt du die Wirkung durch leichtes Schrubben mit einem nicht kratzenden Pad oder einer Bürste mit weicher bis mittlerer Borste.
Ganz entscheidend ist das Nachspülen. Säurereste, die auf Fliesen und Fugen bleiben, können später für Ausblühungen, Verfärbungen und Materialangriffe sorgen. Plane daher immer zwei Spüldurchgänge ein: zuerst mit etwas mehr Wasser, um die Reinigungslösung aufzunehmen, dann noch einmal mit frischem, klarem Wasser. Idealerweise wechselst du zwischendurch das Wischwasser, damit du den gelösten Schmutz nicht wieder verteilst.
Schutz der Fugen während der Reinigung
Fugenmörtel ist ebenfalls zementgebunden, daher reagiert er auf saure Reiniger. Ein schonender Umgang mit den Fugen ist deswegen ein wichtiger Bestandteil jeder Zementschleierentfernung. Das Ziel ist, die Oberfläche leicht anzulösen, ohne die Fugen zu stark auszuwaschen oder bröckelig zu machen.
Eine praktische Methode ist, die Fugen vor der Verwendung des Reinigers mit klarem Wasser anzufeuchten. Nasse Fugen nehmen weniger von der sauren Lösung auf, weil sie bereits gesättigt sind. So wirkt der Reiniger stärker auf der Fliesenoberfläche und etwas weniger tief im Fugenmaterial. Vermeide dennoch intensives Schrubben direkt in den Fugen und arbeite eher quer über die Fliesenflächen.
Wenn die Fugen frisch sind, benötigen sie ohnehin eine gewisse Aushärtezeit, bevor sie stärkeren chemischen Belastungen ausgesetzt werden. Viele Hersteller empfehlen, einige Tage bis zu zwei Wochen zu warten, bevor man aggressive Reiniger nutzt. Ist der Belag erst ganz neu, kann es sinnvoll sein, nach dem groben Bauendreinigungsputz noch ein wenig zu warten, bis du an die gründliche Entfernung des Schleiers gehst.
Zementschleier bei Naturstein und empfindlichen Oberflächen
Natursteinbeläge stellen bei der Entfernung von Zementfilmen eine besondere Herausforderung dar. Kalkhaltige Steine reagieren empfindlich auf Säure, weshalb klassische Zementschleierentferner ungeeignet sind. Selbst milde Hausmittel auf Essig- oder Zitronensäurebasis können hier matte Stellen, Auswaschungen oder helle Flecken verursachen, die nicht mehr vollständig zu beheben sind.
Für solche Böden gibt es im Fachhandel speziell abgestimmte Reiniger, die meist mit dem Hinweis auf Natursteinverträglichkeit gekennzeichnet sind. Diese Produkte arbeiten mit anderen Wirkmechanismen oder schwächeren Säuren, die das Gestein möglichst wenig angreifen. In manchen Fällen wird eher mit abgestimmten Tensiden und mechanischer Unterstützung als mit reiner Säurekraft gearbeitet, was ein bisschen mehr Geduld erfordert.
Bei starkem oder altem Zementschleier auf Naturstein ist es oft sinnvoll, einen auf Steinpflege spezialisierten Betrieb einzubeziehen. Fachfirmen können Materialproben nehmen, die Empfindlichkeit prüfen und mit professionellen Maschinen, Pads und Schleiftechniken arbeiten. Wenn Unsicherheit über die genaue Steinart besteht, ist fachlicher Rat in der Regel deutlich günstiger als eine dauerhafte Beschädigung eines hochwertigen Natursteinbodens.
Wann eine Reinigungsmaschine sinnvoll ist
Auf größeren Flächen wie offenen Wohn-Ess-Bereichen, Fluren oder Gewerbeflächen kann der Einsatz von Reinigungsmaschinen Erleichterung bringen. Scheuersaugmaschinen oder Einscheibenmaschinen mit passendem Pad unterstützen die gleichmäßige Verteilung des Reinigers, erhöhen den mechanischen Effekt und nehmen den gelösten Schmutz effizient auf.
Für den Hausgebrauch kommen oft kleinere, leichtere Maschinen in Frage, die mit einem weißen oder hellen Pad ausgestattet werden, um die Oberfläche nicht zu verkratzen. Eine rotierende Bürste oder ein Padkopf löst dabei den Zementschleier gleichmäßig an, während die Maschine die Schmutzflotte aufsaugt oder zur Aufnahme mit dem Nasssauger vorbereitet. Wichtig bleibt auch hier das gründliche Spülen und die Kontrolle, dass der Reiniger nicht eintrocknet.
Leihgeräte aus dem Baumarkt oder Fachhandel können eine sinnvolle Zwischenlösung sein, wenn du große Bodenflächen bearbeiten musst. Bei empfindlichen Belägen und unbekanntem Material solltest du allerdings mit kleiner Flächenleistung starten, Pad und Druck sehr vorsichtig wählen und an einer unauffälligen Stelle testen, ob die Oberfläche kratzerfrei bleibt. Erst wenn du sicher bist, dass alles verträglich ist, lohnt sich der großflächige Einsatz.
Typische Fehler bei der Entfernung von Zementschleier
Viele Probleme entstehen, weil zu schnell zu aggressiven Mitteln gegriffen wird oder weil Reinigungslösungen zu lange auf der Oberfläche bleiben. Wer stark konzentrierte Säuren ohne Test anwendet, riskiert matte Stellen, verfärbte Fugen oder raue Fliesenoberflächen. Sehr heiße Reinigungslösungen können ebenfalls zu verstärkter Reaktion und Materialstress führen, daher ist handwarmes Wasser meist die Obergrenze.
Ein zweiter häufiger Fehler ist mangelndes Nachspülen. Werden Reinigerreste nicht vollständig entfernt, entstehen später oft neue Schlieren, klebrige Flächen oder Ausblühungen an den Fugen. Teilweise wird dann noch mehr Reinigungsmittel eingesetzt, was die Situation eher verschlechtert. Besser ist es, besonders viel Wert auf das saubere Abnehmen der Schmutzflotte und auf klares Nachspülen zu legen.
Auch ungeduldiges, punktuelles Schrubben nur an besonders auffällig erscheinenden Stellen führt manchmal zu ungleichmäßiger Optik. Wenn du sehr hart an einzelnen Fliesen arbeitest, können sie danach minimal heller oder matter wirken als der Rest des Bodens. Deshalb ist es meist sinnvoller, ganze Bereiche einheitlich zu behandeln, selbst wenn der Schleier nur in Teilbereichen deutlich sichtbar ist.
Beispiele aus dem Alltag: unterschiedliche Böden, unterschiedliche Wege
In einem frisch gefliesten Badezimmer mit dunklen Feinsteinzeugfliesen fällt der graue Schleier nach der ersten Nutzung sofort ins Auge. Die Oberfläche ist robust, der Schleier noch jung. In solchen Situationen reicht oft eine mäßige Dosierung eines Zementschleierentferners, verteilt mit einem Wischmopp, ein paar Minuten Einwirkzeit und sanftes Nacharbeiten mit einem weißen Pad. Nach gründlichem Nachspülen wirkt der Boden deutlich klarer und glänzender.
Bei einer hellen, leicht strukturierten Küchenfliese zeigt der Belag sich meist subtiler. Hier kann der Zementschleier in den Vertiefungen sitzen und den Boden etwas stumpf und grau wirken lassen. Eine Bürste mit mittleren Borsten in Kombination mit dem passenden Reiniger kommt besser in die Vertiefungen als ein glatter Wischmopp. Mehrere Durchgänge mit kürzerer Einwirkzeit sind häufig schonender als ein sehr intensiver Versuch.
Wer einen älteren Balkon mit unglasierten, rauen Fliesen hat, erlebt manchmal, dass Zementreste tief in den Poren sitzen. Dort hilft eine Kombination aus längerer Einwirkzeit, gründlichem Schrubben und einem Nasssauger zum Aufnehmen der Schmutzflotte. Wenn die Fliesen besonders saugfähig sind, ist es sinnvoll, sie vorab gut anzufeuchten, damit der Reiniger nicht sofort in die Tiefe einsickert und seine Wirkung hauptsächlich in den oberen Schichten entfalten kann.
Hausmittel – was sie leisten und wo ihre Grenzen liegen
Viele greifen zuerst zu Hausmitteln wie Essigreiniger, Zitronensäurepulver oder Cola, um Zementfilme zu lösen. Diese Mittel enthalten tatsächlich Säuren, die mineralische Beläge teilweise angreifen können. Bei dünnen, sehr frischen Schleiern auf robusten Fliesen zeigen sie manchmal eine gewisse Wirkung, vor allem, wenn mechanische Unterstützung hinzukommt.
Die Probleme liegen in der fehlenden Abstimmung auf die Materialverträglichkeit und die fehlende Kontrolle über Konzentration und Zusätze. Haushaltsessig enthält zum Beispiel oft Duftstoffe und andere Hilfsstoffe, die nach der Anwendung Rückstände hinterlassen können. Zitronensäure bildet bei hohen Temperaturen in Verbindung mit Kalk unter Umständen schwer lösliche Niederschläge, die für zusätzliche Flecken sorgen.
Deshalb sind professionelle Produkte, die ausdrücklich für Zementfilme auf Fliesen formuliert wurden, auf Dauer meist die bessere Wahl. Sie arbeiten kalkulierbarer, sind in ihrer Säureart abgestimmt und lassen sich genauer nach Herstelleranweisung dosieren. Hausmittel eignen sich eher für Versuchsbereiche auf robusten Fliesen, sollten aber niemals auf Naturstein, empfindlichen Oberflächen oder in hoher Konzentration ohne Test eingesetzt werden.
Wie du zukünftigen Zementschleier weitgehend vermeidest
Die beste Methode gegen hartnäckigen Zementfilm ist eine gute Vorbereitung und saubere Arbeitsweise beim Verlegen und Verfugen. Je sorgfältiger überschüssiger Fugenmörtel entfernt wird, desto weniger bleibt später als Schleier auf der Oberfläche zurück. Ein professionell arbeitender Fliesenleger achtet deswegen darauf, überschüssige Masse sofort mit dem Gummiwischer abzunehmen, bevor sie antrocknet.
Beim Abwaschen der Fugen ist weniger Wasser meist besser als zu viel. Ein leicht feuchter Schwammbrettzug diagonal über die Fugen nimmt Reste auf, ohne sie über die gesamte Fliesenfläche zu verteilen. Mehrere kurze Durchgänge mit Auswaschen des Schwamms sind meistens erfolgreicher als wenige lange Wischbewegungen, bei denen der Mörtel nur verschmiert wird.
Nach dem Verfugen ist eine sogenannte Bauendreinigung mit einem darauf abgestimmten Produkt sinnvoll, sobald die Fugen ausreichend abgebunden haben. Wenn der Belag danach regelmäßig mit milden, pH-neutralen Reinigern gepflegt wird, sammeln sich weniger Rückstände an, und leichte Schleier lassen sich deutlich einfacher entfernen. Wer frühzeitig handelt, erspart sich später viel Aufwand mit alten, eingetrockneten Zementfilmen.
Häufige Fragen rund um Zementschleier
Wie lange nach dem Verfugen darf ich Zementschleier noch entfernen?
Frischer Zementschleier lässt sich in den ersten Tagen nach dem Verfugen am einfachsten lösen. Auch Wochen später ist eine Reinigung möglich, erfordert aber meist stärkere Mittel, längere Einwirkzeiten und intensivere mechanische Unterstützung.
Kann Zementschleier dauerhaft auf den Fliesen bleiben, wenn ich nichts mache?
Bleibt die Zementhaut auf der Oberfläche, verändert sie die Optik des Bodens dauerhaft und kann matt und fleckig wirken. Zudem lagern sich Schmutz und Reinigungsmittelreste leichter an, was die laufende Pflege erschwert und den Boden anfälliger für Verschmutzungen macht.
Wie erkenne ich, ob meine Fliesen säurebeständig sind?
Hinweise zur Beständigkeit findest du in den technischen Daten oder Unterlagen des Herstellers, häufig auch auf der Verpackung der Fliesen. Im Zweifel hilft eine kleine Probe an einer unauffälligen Stelle mit stark verdünnter Säure, die weder Aufhellungen noch raue Stellen hinterlassen darf.
Was mache ich, wenn sich der Zementschleier trotz Spezialreiniger nicht löst?
In einem solchen Fall ist meist eine Wiederholung der Reinigung mit angepasster Dosierung und längerer Einwirkzeit sinnvoll, wobei die Sicherheitsangaben des Herstellers strikt eingehalten werden müssen. Bleibt das Ergebnis unbefriedigend, kann ein Fachbetrieb mit professionellen Maschinen und Produkten oft noch deutlich mehr erreichen.
Kann Zementschleier auch den Fugen schaden?
Die Zementreste selbst schaden den Fugen in der Regel nicht, sie sitzen eher auf der Oberfläche oder in den Poren der Fliesen. Problematisch wird es, wenn starke Säuren unverdünnt oder zu lange einwirken und dadurch die Fugenstruktur angreifen oder auswaschen.
Wie gehe ich bei Fußbodenheizung am besten vor?
Bei beheizten Böden sollte die Heizung vor der Reinigung rechtzeitig heruntergeregelt oder abgeschaltet werden, damit der Belag nicht zu schnell trocknet. Eine gleichmäßige Temperatur verhindert, dass der Reiniger fleckig eintrocknet, und sorgt dafür, dass du ihn kontrolliert verteilen und wieder aufnehmen kannst.
Gibt es Unterschiede zwischen Wand- und Bodenfliesen bei der Entfernung von Zementschleier?
Die chemische Reinigung funktioniert nach denselben Prinzipien, aber Wandflächen erfordern besonders sorgsames Arbeiten, damit keine Lauge oder Säure nach unten auf empfindliche Materialien tropft. Zusätzlich solltest du bei senkrechten Flächen in kleineren Abschnitten arbeiten, da der Reiniger schneller abläuft und sonst nicht gleichmäßig wirken kann.
Welche Schutzausrüstung ist bei der Reinigung empfehlenswert?
Bei säurehaltigen Produkten sind säurebeständige Handschuhe, geschlossene Schuhe, alte Kleidung und möglichst eine Schutzbrille sinnvoll, um Haut und Augen zu schützen. In schlecht belüfteten Räumen oder bei empfindlichen Personen kann zusätzlich eine geeignete Atemschutzmaske gegen Sprühnebel und Dämpfe hilfreich sein.
Wie entsorge ich Schmutzwasser mit Zementschleierentferner richtig?
Das anfallende Schmutzwasser sollte nicht unkontrolliert in den Garten oder auf ungeschützte Außenflächen gelangen, da die sauren Bestandteile Pflanzen und Boden schädigen können. In der Regel kannst du es im Abwassersystem entsorgen, wobei eine ausreichende Verdünnung mit klarem Wasser wichtig ist und örtliche Vorschriften zu beachten sind.
Kann ich nach der Reinigung sofort Möbel auf die Fliesen stellen?
Bevor Möbel zurück auf den Boden kommen, sollte der Belag vollständig durchgetrocknet sein, damit keine Restfeuchte unter Auflagen oder Filzgleitern eingeschlossen bleibt. Idealerweise reinigst du nach der Zementschleierentfernung noch einmal mit klarem Wasser, lässt alles trocknen und schützt dann empfindliche Kanten mit passenden Unterlagen.
Wie oft muss ich meinen Boden nach einer erfolgreichen Entfernung von Zementschleier noch nachbehandeln?
Ist die Zementhaut einmal gründlich beseitigt, reicht im Alltag eine schonende Unterhaltsreinigung mit milden Reinigern und gut ausgewrungenem Wischmopp aus. Zusätzliche Spezialbehandlungen sind nur dann notwendig, wenn bei späteren Arbeiten wieder Mörtelreste auf die Fliesen geraten oder der Belag durch andere Verschmutzungen stark beansprucht wird.
Hilft eine Imprägnierung wirklich gegen neuen Zementschleier?
Eine geeignete Imprägnierung reduziert das Eindringen von Feuchtigkeit und Zementpartikeln in Poren und Mikrostrukturen, wodurch sich spätere Rückstände leichter abwischen lassen. Sie ersetzt jedoch keine sorgfältige Bauendreinigung und keine saubere Arbeitsweise beim Verfugen, sondern dient als ergänzender Schutz.
Fazit
Mit systematischem Vorgehen, passenden Reinigern und etwas Geduld lassen sich Zementrückstände von den meisten Fliesen zuverlässig lösen. Entscheidend sind die richtige Einschätzung des Untergrunds, eine schonende Dosierung und ein konsequenter Schutz von Fugen und empfindlichen Materialien. Wer die beschriebenen Grundregeln beachtet, erhält einen Boden, der seine ursprüngliche Optik behält und sich im Alltag deutlich leichter pflegen lässt.