Wie entferne ich Urinflecken von meiner Matratze?

Lesedauer: 15 Min – Beitrag erstellt: 11. Mai 2026, zuletzt aktualisiert: 11. Mai 2026

Urinflecken auf der Matratze lassen sich in vielen Fällen vollständig entfernen, wenn du zeitnah handelst und die richtigen Mittel verwendest. Frischer Urin wird am besten mit Küchenpapier aufgenommen und anschließend mit einer milden Mischung aus Wasser, neutralem Reiniger und Natron oder Essig behandelt. Bei älteren Flecken helfen Sauerstoffbleiche oder spezielle Enzymreiniger dabei, Geruch und Verfärbungen deutlich zu reduzieren.

Wichtig ist, dass die Matratze nicht durchnässt wird und nach der Reinigung vollständig trocknen kann, damit sich keine Stockflecken oder Schimmel bilden. Je nach Material der Matratze und Stärke des Flecks brauchst du unterschiedliche Vorgehensweisen, die sich mit einfachen Hausmitteln gut umsetzen lassen.

Warum Urinflecken auf der Matratze so hartnäckig sind

Urin besteht aus Wasser, Harnstoff, Salzen und weiteren Abbauprodukten, die beim Trocknen Rückstände in den Fasern bilden. Diese Rückstände sind für die typischen gelblichen Verfärbungen und den anhaltenden Geruch verantwortlich. Je länger der Urin in der Matratze bleibt, desto tiefer zieht er ein und desto schwieriger wird die vollständige Entfernung.

Besonders tückisch ist der Geruch. Auch wenn der sichtbare Fleck schon blasser geworden ist, können in der Polsterung noch Reste stecken, die bei Feuchtigkeit oder Wärme wieder „hochkommen“. Das erklärt, warum eine Matratze manchmal noch muffig riecht, obwohl sie bereits gereinigt wurde. Geruchsneutralisation braucht daher meist mehr Zeit und gründlichere Behandlung als die reine Fleckenentfernung.

Ein weiterer Punkt ist das Material: Kaltschaum, Latex, Federkern und Topper aus Memoryschaum nehmen Flüssigkeit unterschiedlich stark auf. Offenzelliger Schaum saugt sich schneller voll, trocknet aber auch wieder besser, während dicke Taschenfederkern-Matratzen in der Mitte lange feucht bleiben können. Deshalb hängt die richtige Reinigungsstrategie immer auch vom Matratzenaufbau ab.

Erste Hilfe bei frischen Urinflecken

Frische Flecken lassen sich am leichtesten entfernen, weil der Urin noch nicht vollständig in den Kern der Matratze eingedrungen ist. Ziel ist es, so viel Flüssigkeit wie möglich zu binden, bevor sie tiefer zieht. Tempo zählt hier deutlich mehr als die Wahl des perfekten Reinigers.

Als erste Sofortmaßnahme hat sich folgendes Vorgehen bewährt:

  • Mit saugfähigem Küchenpapier oder einem sauberen Baumwolltuch den Urin großflächig abtupfen, ohne zu reiben.
  • Immer wieder frisches Papier verwenden, bis kaum noch Feuchtigkeit aufgenommen wird.
  • Ein leicht feuchtes Tuch mit etwas neutralem Spülmittel oder milder Seife vorbereiten.
  • Die Stelle vorsichtig bearbeiten, damit sich der Fleck nicht großflächig verteilt.
  • Anschließend mit klarem, nur leicht feuchtem Tuch nachwischen, um Seifenreste zu entfernen.

Reiben verteilt den Urin meist nur tiefer und weiter in der Oberfläche. Besser ist ein behutsames Andrücken von oben, damit die Flüssigkeit in das Tuch und nicht noch tiefer in den Schaum gezogen wird. Wer eine saugstarke Unterlage wie ein altes Handtuch unter die Matratze oder in den Bezug legt, verhindert zusätzlich, dass der Fleck von unten wieder hochzieht.

Welche Hausmittel bei Urinflecken wirklich helfen

Mehrere gängige Hausmittel haben sich bei Urinflecken bewährt, weil sie Geruch neutralisieren und Rückstände lösen. Besonders häufig verwendet werden Natron, Essig, Zitronensäure und Haushalts-Sauerstoffbleiche. Sie wirken auf unterschiedliche Weise und lassen sich teilweise gut kombinieren.

Natron bindet Gerüche und nimmt Feuchtigkeit auf. Essig und Zitronensäure helfen, Salze und organische Verbindungen anzulösen und können den pH-Wert ausgleichen. Sauerstoffbleiche hellt Verfärbungen auf und zersetzt viele organische Reste. Entscheidend ist, diese Mittel immer nur leicht feucht anzuwenden, um die Matratze nicht zu durchnässen.

Eine häufig genutzte Vorgehensweise ist die Kombination aus Essig-Wasser-Mischung und nachfolgender Natron-Behandlung. So wird erst angelöst und desinfiziert und anschließend getrocknet und geruchsgebunden. Bei empfindlichen Stoffbezügen sollte eine unauffällige Stelle vorab getestet werden, um Verfärbungen auszuschließen.

Urinflecken mit Natron behandeln

Natron (Natriumhydrogencarbonat) ist für viele Matratzen geeignet und wirkt sowohl gegen Geruch als auch gegen Restfeuchtigkeit. Die Anwendung ist einfach und lässt sich ohne Spezialausrüstung umsetzen. Besonders hilfreich ist Natron, wenn die Matratze nach der Vorreinigung noch leicht riecht.

Für eine Natron-Behandlung gehst du beispielsweise so vor:

  • Die angefeuchtete und vorgereinigte Stelle leicht mit Wasser besprühen oder mit einem feuchten Tuch abreiben.
  • Großzügig Natronpulver über den noch feuchten Bereich streuen, bis eine dünne Deckschicht entsteht.
  • Mehrere Stunden, besser über Nacht, einwirken und trocknen lassen.
  • Das getrocknete Natron gründlich mit dem Staubsauger absaugen (am besten mit Polsteraufsatz).

Während der Trocknung bindet das Natron Geruchsmoleküle und nimmt zusätzlich Restfeuchtigkeit auf. Bei starkem Geruch kann die Anwendung wiederholt werden. Ein wichtiger Punkt ist, dass das Pulver vollständig trocknet, bevor es abgesaugt wird, da sich sonst Klumpen bilden, die sich nur schwer entfernen lassen.

Reinigung mit Essig oder Zitronensäure

Essig und Zitronensäure eignen sich gut, um Urinrückstände zu lösen und unangenehme Gerüche zu neutralisieren. Beide Mittel sind leicht sauer und können so Ablagerungen aus dem Stoff und der oberen Schaumschicht herauslösen. Gleichzeitig wirken sie leicht desinfizierend, was viele bei hygienischen Themen wie Urin beruhigt.

Zur Anwendung hat sich eine verdünnte Lösung bewährt, um den Stoff zu schonen:

  • Etwa ein Teil Haushaltsessig auf zwei bis drei Teile Wasser mischen (bei Zitronensäure ein Teelöffel Pulver auf ca. 250 ml Wasser).
  • Die Lösung in eine Sprühflasche füllen oder ein weiches Tuch damit anfeuchten.
  • Die betroffene Stelle leicht einsprühen oder behutsam abtupfen, ohne zu triefen.
  • Einige Minuten einwirken lassen, dann mit einem leicht feuchten Tuch mit klarem Wasser nachwischen.

Bei Naturmaterialien wie Wolle im Bezug oder sensiblen Stoffen ist ein Test an einer verdeckten Stelle sinnvoll, weil Säuren in höherer Konzentration Farben leicht beeinflussen können. Stark riechender Essigduft verfliegt in der Regel nach vollständiger Trocknung. Wer den Geruch gar nicht mag, weicht besser auf Zitronensäure aus.

Wenn der Fleck schon eingetrocknet ist

Eingetrocknete Urinflecken sind anspruchsvoller, weil die Salze und organischen Stoffe bereits tief in die Fasern gezogen sind. Trotzdem lässt sich die Situation meist noch deutlich verbessern. Erfolg hast du besonders dann, wenn du dem Fleck Zeit zur Einwirkung mit geeigneten Mitteln gibst und mehrere Durchgänge einplanst.

Ein sinnvoller Ansatz ist es, den alten Fleck zunächst wieder leicht zu befeuchten. Dadurch werden eingetrocknete Rückstände gelöst und können überhaupt erst wieder entfernt werden. Hier helfen lauwarmes Wasser und ein milder Reiniger, alternativ eine Essig-Wasser-Mischung. Nach einigen Minuten Einwirkzeit kann mit einem sauberen Tuch abgetupft und anschließend Natron aufgestreut werden.

Wenn nach einer solchen Prozedur die gelbliche Verfärbung noch deutlich sichtbar ist, kommen stärkere Mittel ins Spiel. Dazu zählt vor allem Sauerstoffbleiche, die für viele helle Stoffe gut geeignet ist. Wichtig ist, diese Produkte sparsam und nur nach Herstellerangaben einzusetzen, damit Bezug und Schaum nicht angegriffen werden.

Enzymreiniger und Sauerstoffbleiche im Einsatz

Enzymreiniger und Sauerstoffbleiche zählen zu den wirksamsten Mitteln gegen ältere Urinflecken auf der Matratze. Enzymreiniger spalten Eiweiße und andere organische Bestandteile, während Sauerstoffbleiche Farbpigmente und Geruchsmoleküle oxidativ abbaut. Beide Mittel können auch dort noch Wirkung zeigen, wo Hausmittel an ihre Grenzen stoßen.

Enzymreiniger gibt es als Sprays oder Konzentrate, die mit Wasser verdünnt werden. Sie werden meist auf den Fleck aufgetragen, sanft verteilt und je nach Produkt einige Minuten bis Stunden einwirken gelassen. Danach tupfst du den Bereich mit einem feuchten Tuch ab und lässt die Matratze gründlich trocknen. Wärme fördert dabei die Aktivität vieler Enzyme, weshalb eine Raumtemperatur im normalen Wohnbereich vorteilhaft ist.

Sauerstoffbleiche, oft als Pulver erhältlich, wird üblicherweise mit Wasser zu einer Lösung oder Paste angerührt. Diese wird auf die verfärbte Stelle aufgetragen und soll laut Anleitung einwirken. Anschließend entfernst du die Reste mit einem feuchten Tuch. Da Sauerstoffbleiche aufhellend wirkt, eignet sie sich vor allem für helle Bezüge; bei farbigen Stoffen besteht ein gewisses Risiko der Aufhellung.

So trocknet die Matratze richtig nach der Reinigung

Nach jeder Nassreinigung ist vollständige Trocknung entscheidend, damit sich keine stockigen Gerüche oder Schimmel bilden. Eine Matratze, die im Kern feucht bleibt, kann sich trotz sauberer Oberfläche muffig entwickeln. Deshalb sollte nach der Behandlung genug Zeit eingeplant werden, bevor sie wieder vollständig bezogen und benutzt wird.

Für eine zügige und schonende Trocknung helfen mehrere Maßnahmen zugleich:

  • Die Matratze senkrecht oder schräg aufstellen, damit die Luft an alle Seiten kommt.
  • Den Raum gut lüften, idealerweise mit Durchzug, aber ohne starke Luftfeuchtigkeit von außen.
  • Bei kühleren Temperaturen einen Ventilator auf niedriger Stufe auf die gereinigte Stelle richten.
  • Optional eine geringe Heizstufe oder in sicherem Abstand einen Heizlüfter nutzen, ohne den Schaum zu überhitzen.

Je nach Dicke und Material kann die vollständige Trocknung mehrere Stunden bis hin zu einem ganzen Tag dauern. Wenn sich die gereinigte Stelle mit der Hand noch kühl und leicht feucht anfühlt, ist mehr Geduld gefragt. Erst wenn alles trocken wirkt und neutral riecht, solltest du Matratzenbezug und Bettwäsche wieder komplett aufziehen.

Typische Fehler bei der Fleckenentfernung

Viele Probleme entstehen weniger durch den Fleck selbst als durch ungeschickte Reaktionen darauf. Wer in Panik zu viel Wasser verwendet oder zu aggressiv reibt, verschlechtert die Situation oft unabsichtlich. Ein paar typische Fehler lassen sich leicht vermeiden und erhöhen die Chance auf ein gutes Ergebnis deutlich.

Ein häufiger Fehler ist das starke Durchnässen der Matratze, um „alles gründlich auszuspülen“. Dadurch kann der Urin in tiefere Schichten transportiert werden, die später kaum noch zu erreichen sind. Außerdem verlängert sich die Trocknungszeit drastisch, was Schimmelbildung begünstigt. Besser sind punktuelle, kontrollierte Feuchtigkeit und mehrere sanfte Reinigungsdurchgänge.

Auch die Verwendung stark chlorhaltiger Reinigungsmittel ist riskant. Sie können nicht nur den Stoff ausbleichen, sondern im Matratzenkern Rückstände hinterlassen, die unangenehm riechen oder die Materialien schädigen. Abrasive Mittel mit groben Partikeln sollten ebenfalls vermieden werden, da sie den Bezug aufrauen oder beschädigen können.

Besondere Situationen: Kinder, Haustiere und Inkontinenz

Bei Babys, Kleinkindern oder Haustieren treten Urinflecken manchmal häufiger auf. In solchen Fällen lohnt sich ein vorbeugender Ansatz, um die Reinigung einfacher zu halten. Wasserdichte, aber atmungsaktive Matratzenschoner können verhindern, dass Flüssigkeit überhaupt in den Kern gelangt. Sie lassen sich leichter waschen und schützen die Matratze langfristig.

Wenn ältere Menschen mit Inkontinenz zu tun haben, spielt Hygiene eine größere Rolle. Hier ist wichtig, dass nicht nur der sichtbare Fleck entfernt wird, sondern auch der hygienische Aspekt beachtet wird. Regelmäßiges Lüften, gelegentliches Reinigen der Oberfläche und der Einsatz von Schutzeinlagen oder Inkontinenzauflagen helfen, die Belastung für die Matratze gering zu halten.

Bei Tieren kommt zusätzlich die Markierungsgewohnheit ins Spiel: Bleibt ein Geruch zurück, kann derselbe Ort erneut als „geeignet“ wahrgenommen werden. In solchen Fällen sind Enzymreiniger besonders hilfreich, da sie Geruchsspuren besser abbauen als viele klassische Haushaltsmittel.

Wann eine professionelle Reinigung sinnvoll ist

Es gibt Situationen, in denen der Aufwand zu Hause sehr hoch wäre oder die Ergebnisse trotz Mühe nicht zufriedenstellend sind. Das gilt vor allem bei großflächigen Durchfeuchtungen, starkem Dauergeruch oder wiederkehrenden Flecken über längere Zeit. Dann kann eine professionelle Matratzenreinigung eine Option sein.

Professionelle Dienstleister arbeiten meist mit speziellen Sprühextraktionsgeräten, Dampfreinigern oder Schaumverfahren. Diese Technik erreicht tiefere Schichten, ohne die Matratze dauerhaft zu durchnässen. Wenn die Matratze insgesamt noch in gutem Zustand ist, lohnt sich eine solche Behandlung eher als ein Neukauf.

Allerdings hat professionelle Reinigung ihren Preis und erfordert etwas Planung, etwa Abholung und Rücklieferung oder Termin vor Ort. Wer mit einem begrenzten Budget arbeitet, sollte zunächst alle sinnvollen Hausmittel ausschöpfen und nur bei anhaltenden Problemen über externe Hilfe nachdenken.

Wenn die Matratze trotz Reinigung noch riecht

Ein leichter Restgeruch nach der ersten Behandlung ist nicht ungewöhnlich, vor allem bei älteren oder tief eingedrungenen Flecken. Meist verbessert sich der Geruch bereits deutlich, aber eine minimale Note bleibt. In solchen Fällen hilft es, Geduld zu haben und die Behandlung mit geruchsbindenden Mitteln zu wiederholen.

Natron kann mehrfach eingesetzt werden, ohne das Material zu belasten. Auch wiederholte Anwendungen von Enzymreinigern über einige Tage verteilt sind üblich. Wichtig ist, der Matratze ausreichend Trockenphasen zwischen den Anwendungen zu gönnen. Offenes Lüften ohne Bettwäsche unterstützt den Abbau von Restfeuchtigkeit und Geruch.

Wenn die Matratze selbst nach mehreren Durchgängen, gutem Lüften und Trockenphasen deutlich riecht, können tiefere Schichten dauerhaft belastet sein. Dann bleibt häufig nur die Abwägung, ob ein Austausch langfristig sinnvoller und hygienischer ist, vor allem wenn Schlafqualität oder Wohlbefinden leiden.

Reinigung unterschiedlicher Matratzenarten

Der grundlegende Ablauf der Fleckentfernung ist bei verschiedenen Matratzenarten ähnlich, trotzdem gibt es Besonderheiten. Schaumstoffmatratzen reagieren empfindlich auf starke Hitze, während Federkernmatratzen vor langanhaltender Nässe besonders gut geschützt werden sollten. Latex und hochwertige Schäume haben nochmals andere Toleranzen.

Kaltschaummatratzen lassen sich meist gut punktuell reinigen, solange sie nicht durchgehend durchnässt werden. Einlagen aus Viskoschaum, etwa in Toppern, benötigen viel Zeit zum Trocknen und sollten daher nur oberflächlich befeuchtet werden. Bei Federkernmatratzen ist wichtig, dass die Feuchtigkeit nicht bis zu den Federn vordringt, da dort Rost und Geruch entstehen könnten.

Ein abnehmbarer und waschbarer Bezug erleichtert die Arbeit deutlich. In diesem Fall kann der Bezug separat in der Maschine nach Herstellerangabe gewaschen werden, während der Matratzenkern nur punktuell behandelt wird. Vor dem erneuten Beziehen muss beides vollständig trocken sein, damit keine Restfeuchte eingeschlossen wird.

Praxisnahe Alltagssituationen rund um Urinflecken

Im Alltag passieren Missgeschicke oft abends oder nachts, wenn man eigentlich nur schlafen möchte. Eine typische Situation ist ein Kleinkind, das nach dem Abgewöhnen der Windel ab und zu ins Bett macht. Hier hilft es, schon vorab Materialien bereit zu halten: saugfähige Handtücher, Küchenpapier, etwas Natron und eine kleine Sprühflasche mit milder Reinigungslösung.

In einer anderen Situation kann ein Haustier beim Mittagsschlaf im Bett urinieren. Wer das schnell bemerkt, kann das Tier kurz in Sicherheit bringen und sich dann direkt dem frischen Fleck widmen. Je eher die Flüssigkeit abgenommen wird, desto geringer ist der Schaden. Ein festgelegter „Notfallplatz“ für Reinigungsmittel erleichtert das Handeln, ohne lange im Schrank suchen zu müssen.

Auch unbemerkte kleine Unfälle kommen vor, etwa wenn eine Inkontinenzauflage verrutscht. Dann fällt der Fleck oft erst beim Bettwäschewechsel auf. In diesem Fall ist es sinnvoll, sich etwas mehr Zeit zu nehmen, den Bereich gründlich anzufeuchten, mit Enzymreiniger zu behandeln und eine längere Trocknungsphase einzuplanen. So bleibt das Bett auf Dauer ein angenehmer Ort.

Vorbeugung: So schützt du die Matratze dauerhaft

Die beste Strategie gegen Urinflecken ist ein effektiver Schutz, der Flüssigkeit gar nicht erst in den Matratzenkern dringen lässt. Ein guter Matratzenschoner oder eine wasserdichte Unterlage bildet eine Barriere zwischen Bettwäsche und Matratze. Dadurch reduziert sich der Reinigungsaufwand erheblich, weil der Schoner einfach gewaschen werden kann.

Matratzenauflagen gibt es in verschiedenen Ausführungen: von dünnen, wasserabweisenden Bezügen bis hin zu dickeren Toppern, die zusätzlich den Liegekomfort verändern. Wichtig ist, dass sie waschbar sind und regelmäßig gereinigt werden. Wer mit häufigeren Unfällen rechnen muss, wählt am besten Modelle, die bei höheren Temperaturen gewaschen werden können.

Zusätzlich hilft eine Routine aus regelmäßigem Lüften, gelegentlichem Absaugen der Matratze und dem Wechseln der Bettwäsche in kurzen Abständen. So lässt sich nicht nur das Risiko von Uringeruch verringern, sondern auch Staub, Hautschuppen und andere Belastungen werden reduziert. Auf diese Weise bleibt das Bett insgesamt hygienischer und angenehmer nutzbar.

Häufige Fragen rund um Urinflecken auf der Matratze

Wie schnell sollte ich bei einem frischen Urinunfall reagieren?

Je schneller du handelst, desto weniger zieht die Flüssigkeit in den Matratzenkern ein und desto leichter lässt sich alles entfernen. Idealerweise beginnst du innerhalb weniger Minuten mit dem Aufsaugen und der ersten Reinigung.

Kann ich eine nasse Matratze in die Sonne stellen?

Direktes Sonnenlicht kann den Trocknungsprozess beschleunigen, allerdings können die Bezüge je nach Material ausbleichen. Besser ist ein gut belüfteter, heller Raum, in dem die Matratze senkrecht steht und von allen Seiten Luft bekommt.

Wie bekomme ich den Uringeruch dauerhaft weg?

Gerüche lassen sich am besten mit Enzymreinigern, Natron oder einer Kombination aus beidem neutralisieren, weil sie die geruchsbildenden Bestandteile zersetzen. Wichtig ist, dass die Matratze nach der Reinigung vollständig durchtrocknet, sonst können sich erneut unangenehme Düfte entwickeln.

Darf ich eine Matratze mit dem Dampfreiniger behandeln?

Dampf bringt sehr viel Feuchtigkeit und Hitze in das Innere der Matratze, was zu Schimmelbildung und Materialschäden führen kann. Deshalb solltest du auf Dampfreiniger verzichten und lieber mit begrenzter Flüssigkeitsmenge und saugfähigen Tüchern arbeiten.

Was mache ich, wenn nach der Reinigung noch ein gelber Rand bleibt?

Leichte Verfärbungen lassen sich oft mit einer weiteren Behandlung aus Natron und etwas Wasserstoffperoxid (wenn geeignet für den Bezug) reduzieren. Bleibt der Rand trotz mehrfacher Reinigung sichtbar, ist er meistens nur optisch störend und hygienisch unbedenklich.

Wie oft kann ich dieselbe Stelle behandeln, ohne die Matratze zu beschädigen?

Mehrere Reinigungsdurchgänge sind möglich, solange du milde Mittel nutzt, nicht scheuerst und die Matratze immer vollständig trocknen lässt. Achte darauf, stark bleichende oder sehr aggressive Produkte nicht zu häufig und nicht in hoher Konzentration anzuwenden.

Ist Essig für jede Matratze geeignet?

Essig ist zwar ein wirksames Hausmittel, kann aber bei einigen Schäumen und empfindlichen Bezügen die Fasern angreifen oder den Geruch lange halten. Prüfe das Materialetikett und teste Essiglösung immer zuerst an einer unauffälligen Stelle.

Wie erkenne ich, ob sich Schimmel in der Matratze gebildet hat?

Typische Anzeichen sind dunkle Punkte, ein modriger Geruch und ein dauerhaft feuchtes Gefühl im Material. In diesem Fall solltest du die Matratze aus Gesundheitsgründen nicht weiter nutzen und sie im Zweifel ersetzen.

Hilft es, die Matratze nach einem Unfall zu wenden?

Wenden allein löst das Problem nicht, weil Urin bereits in den Kern eingedrungen sein kann. Allerdings kann das Umdrehen beim Trocknen unterstützen, solange du beide Seiten ausreichend belüftest.

Sollte ich einen Schonbezug nach einem Urinunfall austauschen?

Wenn der Schonbezug waschbar ist, reicht meist eine gründliche Wäsche bei der höchstmöglichen empfohlenen Temperatur. Nur bei anhaltendem Geruch oder sichtbaren Beschädigungen ist ein Austausch sinnvoll.

Wie schütze ich eine neue Matratze am besten vor erneuten Unfällen?

Ein wasserdichter, atmungsaktiver Encasing- oder Schutzbezug verhindert, dass Flüssigkeiten in den Matratzenkern eindringen. Ergänzend helfen saugfähige Unterlagen oder Inkontinenzauflagen, die sich schnell wechseln und waschen lassen.

Fazit

Mit einem klaren Vorgehen, den passenden Reinigungsmitteln und ausreichend Trocknungszeit lassen sich Verfärbungen und Gerüche auf der Liegefläche meist deutlich reduzieren. Entscheidend ist, Flüssigkeit nie im Inneren der Matratze einzuschließen und bei wiederkehrenden Unfällen vorbeugende Maßnahmen zu nutzen. Wenn alle Reinigungsversuche ausgeschöpft sind und Hygiene oder Schlafkomfort leiden, ist eine professionelle Behandlung oder ein Matratzenwechsel die sinnvollste Lösung.

Checkliste
  • Mit saugfähigem Küchenpapier oder einem sauberen Baumwolltuch den Urin großflächig abtupfen, ohne zu reiben.
  • Immer wieder frisches Papier verwenden, bis kaum noch Feuchtigkeit aufgenommen wird.
  • Ein leicht feuchtes Tuch mit etwas neutralem Spülmittel oder milder Seife vorbereiten.
  • Die Stelle vorsichtig bearbeiten, damit sich der Fleck nicht großflächig verteilt.
  • Anschließend mit klarem, nur leicht feuchtem Tuch nachwischen, um Seifenreste zu entfernen.

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