Ein undichter Küchenwasserhahn ist ein Klassiker im Alltag. Erst ist da nur ein Tropfen alle paar Minuten, dann eine kleine Pfütze am Sockel, irgendwann tropft es unter der Spüle, und das ungute Gefühl wird größer: „Kommt da gleich ein Wasserschaden?“ Gute Nachricht: Bei den häufigsten Ursachen lässt sich das Problem mit einfachen Handgriffen lösen, wenn du strukturiert vorgehst und nicht blind irgendwas nachziehst oder „mit Gewalt“ drehst.
Die Antwort lautet: In den meisten Fällen ist nicht „der ganze Wasserhahn kaputt“, sondern eine Dichtung, ein O-Ring, der Perlator (Sieb) oder die Kartusche ist verschlissen, verkalkt oder hat sich gelockert. Manchmal ist es auch nur eine Überwurfmutter, die sich über Monate minimal gelöst hat, bis plötzlich Tropfen sichtbar werden. Wer zuerst herausfindet, wo das Wasser austritt, kann die Ursache meist schnell eingrenzen und oft ohne großen Aufwand beheben.
Wo genau ist der Wasserhahn undicht?
Bevor du Werkzeuge holst, lohnt sich eine kurze Beobachtung. Das spart dir später Sucherei, weil verschiedene Leckstellen fast immer unterschiedliche Ursachen haben.
Typische Austrittsstellen:
- Auslauf/Spitze: Tropft es direkt aus dem Auslauf, auch wenn der Hebel ganz zu ist?
- Am Hebel/Griff: Wird es rund um den Bedienhebel feucht?
- Am Sockel (da, wo der Hahn auf der Spüle sitzt): Sammelt sich Wasser am Fuß?
- Unter der Spüle: Tropft es an Schläuchen, Überwurfmuttern oder am Anschlussventil?
- Seitlich am Auslauf (Schwenkbereich): Wird es dort feucht, wo der Auslauf in den Körper geht?
Ein Trick: Wische alles trocken, lege ein Küchenpapier an die verdächtige Stelle und lass kurz Wasser laufen. Am Papier siehst du sehr schnell, wo es zuerst feucht wird.
Warum Tropfen aus dem Auslauf fast immer Kartusche oder Ventilsitz bedeuten
Wenn der Wasserhahn aus dem Auslauf tropft, obwohl du ihn zugedreht hast, ist das häufig ein Zeichen dafür, dass der „Absperrteil“ im Inneren nicht mehr sauber schließt. Bei Einhebelmischern ist das meist die Kartusche (Keramikscheiben oder Mischkartusche). Bei älteren Zweigriffarmaturen kann es auch ein Ventiloberteil mit Dichtung oder ein verschlissener Ventilsitz sein.
Was passiert dabei? Kalk, feine Partikel oder Verschleiß sorgen dafür, dass sich die Dichtflächen nicht mehr perfekt schließen. Das Wasser findet dann seinen Weg, erst als Tropfen, später als kleines Rinnsal.
Wichtig: Tropfen kann auch kurz nach dem Abstellen normal sein, wenn noch Restwasser aus dem Auslauf läuft. Wenn es aber minutenlang weiter tropft, ist das ein echtes Leck.
Warum es am Sockel oft „nur“ eine Dichtung oder ein lockerer Sitz ist
Wenn sich Wasser unten am Fuß sammelt, sieht es dramatisch aus, ist aber oft die „komfortable“ Variante: Der Hahn sitzt nicht mehr ganz dicht auf der Spüle oder die Dichtung unter der Armatur ist spröde geworden. Bei schwenkbaren Ausläufen kann außerdem Wasser am Schwenkgelenk austreten und dann am Sockel herunterlaufen, obwohl die eigentliche Leckstelle oben sitzt.
Gerade bei Küchenarmaturen, die viel bewegt werden, lockern sich mit der Zeit Befestigungen. Dazu kommt: Putzen, Wischen und leichte Drehbewegungen wirken wie kleine Hebelkräfte. Irgendwann ist die Verbindung minimal lose und Wasser sucht sich seinen Weg.
Warum es am Hebel häufig an O-Ringen oder der Kartuschenabdichtung liegt
Wenn rund um den Bedienhebel Wasser austritt, ist das häufig ein Zeichen für Verschleiß an Dichtungen im oberen Bereich. Bei vielen Einhebelmischern sitzt unter dem Hebel eine Kartusche, die mit Dichtungen nach oben abgedichtet ist. Wenn dort Kalk und Schmutz dazukommen, kann es beim Betätigen feucht werden.
Auch hier gilt: „Ein bisschen“ Feuchtigkeit beim starken Bewegen ist ein Hinweis. Dauerhafte Nässe oder Tropfen am Hebel sind ein klares Signal, dass innen etwas nicht mehr sauber abdichtet.
Warum es unter der Spüle tropft: Anschlüsse, Schläuche, Ventile
Tropft es unter der Spüle, geht es häufig um eine dieser Ursachen:
- Überwurfmutter am Eckventil oder an der Armatur locker
- Dichtung in der Überwurfmutter beschädigt oder falsch sitzend
- Flexschlauch (Zulaufschlauch) hat einen Knick, ist beschädigt oder porös
- Anschlussventil (Eckventil) selbst ist undicht, zum Beispiel an der Spindel
- Bei ausziehbaren Brausen: Schlauchführung, Gewicht, Kupplung oder Schnellverbinder undicht
Unter der Spüle ist wichtig: Hier kann Wasser lange unbemerkt laufen. Darum lohnt sich eine gründliche Kontrolle, auch wenn oben „nur“ ein bisschen Feuchtigkeit war.
Die häufigsten Ursachen im Überblick
Hier eine kompakte Übersicht, welche Ursache besonders wahrscheinlich ist, je nachdem, wo du die Nässe siehst:
| Leckstelle | Häufigste Ursache | Typische Anzeichen |
|---|---|---|
| Tropft aus dem Auslauf | Kartusche/Ventiloberteil verschlissen oder verkalkt | Tropfen auch bei geschlossenem Hahn |
| Am Hebel/Griff feucht | Kartuschenabdichtung/O-Ringe oben | Feuchtigkeit beim Bewegen, später dauerhaft |
| Am Sockel/auf der Spüle nass | Fußdichtung spröde oder Befestigung locker | Wasser sammelt sich unten, Hahn wackelt evtl. |
| Unter der Spüle tropft | Überwurfmutter/Dichtung/Schlauch/Eckventil | Tropfen an Anschlüssen, feuchter Schrankboden |
| Schwenkbereich am Auslauf nass | O-Ringe im Schwenkgelenk | Nässe am Übergang, besonders beim Drehen |
Erste Sofortmaßnahme, bevor du schraubst
Wenn es deutlich tropft oder du nicht sicher bist, wie stark es ist, ist die sicherste Reihenfolge:
- Wasserhahn schließen
- Eckventile unter der Spüle zudrehen (warm und kalt)
- Hahn kurz öffnen, damit Druck aus dem System ist
- Fläche trocken wischen, Unterlage oder Schale bereitstellen
So vermeidest du, dass dir beim Öffnen plötzlich Wasser entgegenkommt.
Werkzeuge und Kleinteile, die du typischerweise brauchst
Du musst nicht alles haben, aber diese Dinge sind in der Praxis hilfreich:
- Rollgabelschlüssel oder Maulschlüssel passend zu Überwurfmuttern
- Inbusschlüssel (häufig für den Hebel)
- Schraubendreher (je nach Modell)
- Zange (vorsichtig, ideal mit Schonbacken)
- Lappen, Küchenpapier, kleiner Eimer
- Entkalker oder Essiglösung (sparsam, je nach Teil)
- Silikonfett für Dichtungen (armaturgeeignet)
- Ersatz-O-Ringe oder passende Dichtungen
- Bei Bedarf: neue Kartusche (modellabhängig)
Eine Sache, die viele unterschätzen: Ein Foto vor dem Zerlegen hilft enorm. Gerade bei Kartuschen und Abdeckkappen spart das später Nerven.
Schrittfolge: So findest du die Ursache, ohne dich zu verzetteln
1) Erst prüfen, ob der Hahn wackelt
Wackelt die Armatur auf der Spüle? Dann ist die Befestigung unter der Spüle oft locker oder die Dichtung am Fuß hat nachgegeben. Das ist eine der häufigsten Ursachen für Nässe am Sockel.
Wenn der Hahn stabil ist, schaust du eher in Richtung Kartusche, O-Ringe oder Anschlüsse.
2) Dann unter der Spüle alles trockenlegen und beobachten
Nimm eine Taschenlampe und schau bei geöffnetem Wasser (kurz laufen lassen) auf:
- Tropfen an den Überwurfmuttern
- Feuchtigkeit am Schlauch
- Wasser am Eckventil
- Tropfen, die von oben herunterlaufen
Wenn du siehst, dass es an einer Überwurfmutter feucht wird: Nicht sofort brutal nachziehen. Erst prüfen, ob die Dichtung überhaupt richtig sitzt. Zu festes Anziehen kann Dichtungen quetschen oder Gewinde beschädigen.
3) Als Nächstes den Auslauf testen: Tropft es ohne Benutzung?
Dreh beide Eckventile auf, lass kurz Wasser laufen, dann schließe den Hahn. Warte zwei Minuten. Tropft es weiter aus dem Auslauf? Dann ist die Kartusche oder das Ventiloberteil sehr wahrscheinlich.
4) Schwenkgelenk prüfen, wenn der Auslauf drehbar ist
Bewege den Auslauf langsam hin und her. Wird es am Übergang feucht? Dann sind die O-Ringe im Schwenkbereich ein heißer Kandidat. Das ist ein klassischer Verschleißpunkt.
Undichte Überwurfmutter: Wann Nachziehen reicht und wann nicht
Wenn es an einer Überwurfmutter unter der Spüle tropft, kann tatsächlich ein vorsichtiges Nachziehen helfen. „Vorsichtig“ heißt: nur ein kleines Stück weiter, nicht „bis es nicht mehr geht“.
Wenn das Tropfen bleibt, ist die häufigere Ursache die Dichtung in der Mutter. Diese Dichtung kann alt, verdreht, gequetscht oder einfach nicht mehr elastisch sein. Dann bringt Nachziehen oft nur kurz etwas und das Problem kommt zurück.
Ein Hinweis auf Dichtungsprobleme ist, wenn es nach dem Nachziehen erst besser wird, dann nach kurzer Zeit wieder. Dann ist die Dichtung meist fertig und sollte ersetzt werden.
Wenn das Eckventil selbst undicht ist
Manchmal sieht es so aus, als wäre der Wasserhahn das Problem, aber das Eckventil tropft an der Spindel, also dort, wo du es auf- und zudrehst. Das erkennst du daran, dass es am Ventil „oben“ feucht ist, nicht an der Überwurfmutter.
In vielen Fällen lässt sich die Stopfbuchse (eine kleine Mutter am Ventil) minimal nachziehen, sodass die Spindel wieder dicht ist. Auch hier gilt: sehr kleine Bewegung, dann prüfen. Wenn es nicht besser wird oder das Ventil schwer geht, ist ein Austausch oft die sinnvollere Lösung, weil du dann dauerhaft Ruhe hast.
Kartusche tauschen: die häufigste Reparatur bei Tropfen aus dem Auslauf
Wenn der Wasserhahn undicht ist, weil er aus dem Auslauf nach tropft, ist der Kartuschentausch bei Einhebelmischern die Standardlösung. Das klingt kompliziert, ist aber bei vielen Modellen gut machbar.
So läuft es typischerweise ab:
- Eckventile schließen, Druck ablassen
- Hebel lösen (oft kleine Madenschraube mit Inbus)
- Abdeckkappe entfernen
- Kartusche freilegen, Haltemutter lösen
- Kartusche herausziehen
- Sitz reinigen, neue Kartusche einsetzen (Ausrichtung beachten)
- Haltemutter wieder fest, aber nicht überdrehen
- Hebel montieren, Wasser langsam aufdrehen und prüfen
Wichtig ist die passende Kartusche. Es gibt viele Formen und Größen, und „sieht ähnlich aus“ reicht oft nicht. Am besten nimmst du die alte Kartusche mit oder notierst die Angaben der Armatur, falls vorhanden.
Wenn die Kartusche fest sitzt, liegt das oft an Kalk. Dann hilft es, geduldig zu arbeiten, leicht zu wackeln und nicht mit Gewalt zu hebeln, damit du den Sitz nicht beschädigst.
O-Ringe am Schwenkauslauf: warum es plötzlich am Fuß nass wird
Ein typisches Küchenphänomen: Du siehst Wasser am Sockel, denkst an die Fußdichtung, dabei tropft es am Schwenkgelenk und läuft einfach nur nach unten.
Bei vielen Armaturen sind im Schwenkbereich O-Ringe verbaut. Diese werden beim Drehen belastet, trocknen mit der Zeit aus, und Kalk wirkt wie feines Schleifpapier. Irgendwann dichten sie nicht mehr sauber.
Die Reparatur ist oft überraschend überschaubar:
- Auslauf abziehen (je nach Modell mit Sicherungsring oder Schraube)
- Alte O-Ringe entfernen
- Sitz reinigen
- Neue O-Ringe einsetzen und sehr sparsam mit geeignetem Silikonfett benetzen
- Auslauf wieder montieren, prüfen
Das Fett sorgt nicht dafür, dass „alles dicht wird“, sondern hilft den O-Ringen, sauber zu gleiten und nicht sofort wieder zu verschleißen. Zu viel Fett ist allerdings auch nicht ideal, weil es Schmutz binden kann.
Fußdichtung und Befestigung: wenn der Hahn wackelt oder es am Sockel suppt
Wenn die Armatur wackelt oder Wasser am Fuß austritt, lohnt ein Blick unter die Spüle. Dort sitzt meist eine Befestigung mit einer Klammer oder Mutter, die den Hahn an die Spüle zieht.
So gehst du vor:
- Unter der Spüle alles freiräumen, damit du gut hinkommst
- Befestigung anschauen: Ist die Mutter locker? Ist die Klammer schief?
- Minimal nachziehen, dabei oben den Hahn gerade halten
- Danach oben prüfen: sitzt der Hahn fest, bleibt es trocken?
Wenn die Fußdichtung spröde ist, hilft Nachziehen oft nur begrenzt. Dann muss die Dichtung erneuert oder der Hahn neu gesetzt werden. Manchmal ist auch die Spülenöffnung durch Reinigungsmittel und Feuchtigkeit so „glatt“, dass die Dichtung nicht mehr sauber greift. Dann hilft es, alles sauber zu reinigen und beim Montieren exakt auszurichten.
Perlator (Sieb am Auslauf): selten die Hauptursache, aber oft ein Verstärker
Der Perlator verursacht selten eine Undichtigkeit, kann aber Symptome verstärken. Wenn er stark verkalkt ist, spritzt das Wasser, läuft am Auslauf entlang und du denkst, der Hahn ist undicht, obwohl es nur vom Strahl kommt.
Ein einfacher Test: Papier unter den Auslauf halten und Wasser laufen lassen. Wenn es oben trocken bleibt und nur der Strahl „komisch“ ist, lohnt sich Perlator reinigen oder tauschen.
Wenn der Wasserhahn nur bei laufendem Wasser tropft
Das ist ein wichtiger Hinweis. Tropft es nur, wenn du Wasser laufen lässt, und bleibt trocken, wenn alles aus ist, dann ist es meist eine Druck- oder Durchflussstelle: Schlauch, Überwurfmutter, Schwenkgelenk, Hebelbereich. Tropft es dagegen auch im Ruhezustand aus dem Auslauf, ist die Absperrfunktion innen das Thema.
Dieses Unterscheidungsmerkmal spart dir viel Zeit, weil du nicht „auf Verdacht“ alles zerlegst.
Typische Szenarien aus dem Alltag
Szenario 1: Tropfen aus dem Auslauf, morgens ist das Becken nass
Das ist fast immer Kartusche oder Ventiloberteil. Viele merken es morgens, weil über Nacht genug Zeit war, dass sich Wasser sammelt. Nach dem Kartuschentausch ist das Problem in sehr vielen Fällen erledigt.
Szenario 2: Es ist am Sockel nass, aber nur wenn du den Auslauf drehst
Sehr typisch für O-Ringe im Schwenkauslauf. Die Nässe läuft nach unten und sieht wie eine Fußundichtigkeit aus. Sobald die O-Ringe ersetzt und der Sitz gereinigt ist, bleibt es trocken.
Szenario 3: Unter der Spüle ist eine Ecke vom Schrankboden feucht
Das ist häufig eine schleichende Undichtigkeit an einer Überwurfmutter oder am Eckventil. Hier lohnt sich schnelles Handeln, weil Holz und Spanplatte Wasser nicht mögen. Oft reicht eine neue Dichtung oder ein korrektes Nachsetzen der Verbindung, aber man muss es finden, bevor es lange läuft.
Wann solltest du lieber nicht selbst weiter schrauben?
Es gibt ein paar Situationen, in denen Vorsicht sinnvoll ist:
- Du siehst Risse im Armaturenkörper oder am Schlauch
- Gewinde wirkt beschädigt, Mutter greift nicht mehr sauber
- Das Eckventil lässt sich nicht mehr schließen oder ist „fest“
- Nach dem Zusammenbau tropft es stärker als vorher
- Du hast keinen sicheren Zugang und musst in unpraktischer Haltung mit Kraft arbeiten
Dann ist es klüger, die Ursache einzugrenzen und Hilfe zu holen, statt mit zu viel Druck etwas zu beschädigen. Besonders Gewinde und Keramikteile verzeihen keine Gewalt.
Was kostet die Reparatur ungefähr?
Das hängt stark davon ab, welches Teil betroffen ist und wie hochwertig die Armatur ist. Als grobe Orientierung im Alltag:
- Perlator: meist günstig und schnell
- O-Ringe/Dichtungen: ebenfalls günstig, aber du brauchst die passenden Maße
- Kartusche: je nach Modell von preiswert bis deutlich teurer, Markenarmaturen liegen oft höher
- Flexschlauch: moderat, abhängig von Länge und Qualität
- Eckventil: Austausch kostet Material plus Aufwand, dafür ist dann oft langfristig Ruhe
Viele sparen am falschen Ende, wenn sie eine billige „irgendeine Kartusche“ nehmen, die nicht sauber passt. Eine passende Kartusche kostet manchmal etwas mehr, erspart aber doppelte Arbeit.
Vorbeugen: So bleibt der Küchenwasserhahn länger dicht
Ganz verhindern lässt sich Verschleiß nicht, aber du kannst ihn deutlich verlangsamen:
- Den Hebel nicht „knallhart“ zudrücken, sondern normal schließen
- Bewegliche Ausläufe ab und zu reinigen, damit Kalk sich nicht ins Gelenk frisst
- Perlator regelmäßig entkalken, damit der Strahl sauber bleibt und nichts am Hahn entlangläuft
- Unter der Spüle gelegentlich kurz kontrollieren, ob alles trocken ist, besonders nach Arbeiten am Siphon oder nach Umräumen
- Wenn dein Wasser sehr kalkhaltig ist, hilft eine Routine: einmal im Monat kurz reinigen statt einmal im Jahr aggressiv entkalken
Eine kleine Gewohnheit mit großer Wirkung: Nach dem Putzen oder wenn Wasser über den Sockel gelaufen ist, kurz trockenwischen. Feuchtigkeit, die dauerhaft am Fuß steht, belastet Dichtungen unnötig.
Häufige Fragen zum undichten Küchenwasserhahn
Fragen & Antworten zum undichten Wasserhahn
Warum tropft der Wasserhahn trotz fest zugedrehtem Hebel?
Meist schließt die Kartusche oder das Ventiloberteil innen nicht mehr sauber, oft durch Kalk oder Verschleiß. Der Hahn wirkt „zu“, aber die Dichtflächen lassen noch einen kleinen Durchfluss zu.
Kann ich eine undichte Überwurfmutter einfach stärker anziehen?
Manchmal hilft ein kleines Nachziehen, aber zu viel Kraft kann die Dichtung quetschen oder das Gewinde beschädigen. Wenn es nach kurzem Nachziehen wieder tropft, ist meistens die Dichtung in der Überwurfmutter die eigentliche Ursache.
Warum ist es am Sockel nass, obwohl der Auslauf nicht tropft?
Oft kommt das Wasser vom Schwenkgelenk des Auslaufs und läuft am Armaturenkörper nach unten. Dort sind O-Ringe ein typischer Verschleißpunkt, besonders bei häufigem Drehen und kalkhaltigem Wasser.
Was bringt es, den Perlator zu reinigen?
Ein verkalkter Perlator kann den Strahl so verändern, dass Wasser seitlich spritzt oder am Auslauf entlangläuft. Dann wirkt es wie eine Undichtigkeit, obwohl die Armatur selbst dicht ist.
Woran erkenne ich, ob das Eckventil undicht ist?
Wenn es direkt am Ventil feucht wird, besonders am Drehteil, ist oft die Spindelabdichtung beteiligt. Ein minimaler Zug an der kleinen Mutter kann helfen, aber wenn das Ventil alt ist oder klemmt, ist Austausch häufig die bessere Lösung.
Kann ein flexibler Zulaufschlauch plötzlich undicht werden?
Ja, Schläuche können mit der Zeit porös werden oder an Knickstellen schwächeln. Wenn du feine Risse, Aufquellungen oder Rostspuren an Metallgeflecht siehst, solltest du den Schlauch tauschen, bevor es schlimmer wird.
Wie finde ich die passende Kartusche?
Am sichersten ist es, die alte Kartusche auszubauen und als Muster zu nutzen, weil Maße und Form sehr unterschiedlich sein können. Viele Kartuschen sehen ähnlich aus, passen aber nicht exakt, und dann bleibt der Hahn trotz „neuem Teil“ undicht.
Wann sollte ich lieber einen Fachbetrieb holen?
Wenn du das Eckventil nicht schließen kannst, Gewinde beschädigt wirkt oder Wasser nach dem Zusammenbau stärker tropft, ist Hilfe sinnvoll. Auch bei Rissen im Armaturenkörper oder wenn Wasser in die Möbel gezogen ist, lohnt schnelles, professionelles Vorgehen.
Zusammenfassung
Ein Küchenwasserhahn ist meist nicht grundlos undicht, sondern zeigt typische Verschleißstellen: Kartusche, O-Ringe, Dichtungen, Überwurfmuttern oder Schläuche. Der wichtigste Schritt ist, die Leckstelle zu lokalisieren, weil Tropfen aus dem Auslauf fast etwas anderes bedeutet als Nässe am Sockel oder unter der Spüle. Mit einem strukturierten Vorgehen lassen sich viele Probleme durch Reinigen, korrektes Nachsetzen, Dichtungstausch oder Kartuschentausch beheben, ohne dass du gleich alles ersetzen musst.
Fazit
Wenn dein Wasserhahn undicht ist, lässt sich das in sehr vielen Fällen mit überschaubarem Aufwand lösen, solange du zuerst den Austrittsort prüfst und dann gezielt handelst. Tropft es aus dem Auslauf, ist die Kartusche der häufigste Kandidat. Ist es am Sockel nass, sind O-Ringe oder Befestigung oft schuld. Und wenn es unter der Spüle tropft, sind Anschlüsse und Schläuche die erste Adresse. Mit sauberen Dichtflächen, passenden Ersatzteilen und etwas Geduld wird der Hahn wieder dicht, und du musst nicht bei jedem Tropfen an einen kompletten Austausch denken.