Warum entsteht Schimmel hinter meiner Tapete?

Lesedauer: 14 Min – Beitrag erstellt: 9. Mai 2026, zuletzt aktualisiert: 9. Mai 2026

Schimmel hinter der Tapete ist ein häufiges Problem, das viele Hausbesitzer betrifft. Er ist nicht nur unschön, sondern kann auch gesundheitsschädlich sein. Die Entstehung von Schimmel ist meist ein Zeichen für feuchte Wände oder unzureichende Belüftung und sollte schnellstmöglich angegangen werden, um ernsthafte Schäden zu vermeiden.

Ursachen für Schimmelbildung

Die Hauptursachen für Schimmel hinter Tapeten sind Feuchtigkeit und unzureichende Luftzirkulation. In vielen Fällen lässt sich das Problem auf eine oder mehrere der folgenden Ursachen zurückführen:

  • Hohe Luftfeuchtigkeit: Ein Raum, der konstant feucht ist, ist ein idealer Nährboden für Schimmel. Besonders in Badezimmern oder Küchen kann die Luftfeuchtigkeit durch Dampf oder längeres Kochen ansteigen.
  • Undichte Wände: Schwammige oder rissige Wände können Wasser einsickern lassen, was zur Schimmelbildung führt. Regen oder Schnee, der an die Wände geschlagen wird, sind häufige Ursachen.
  • Unzureichende Belüftung: Räume, die schlecht belüftet sind, trocknen nicht aus. Wenn alte Tapeten mit Schimmel in Kontakt kommen, kann dieser nicht abtrocknen. Frischluft ist nötig.
  • Temperaturschwankungen: Wenn warme, feuchte Luft auf kalte Oberflächen trifft, kann sich Kondenswasser bilden, das dann zur Schimmelbildung führen kann.
  • Wärmedämmung: Dunkle, schlecht isolierte Wände können ebenfalls ein Schimmelrisiko darstellen. Häufig kommt es hier zu einer Kombination aus kalten Wänden und hoher Luftfeuchtigkeit.

Maßnahmen gegen Schimmel

Sobald die Ursache festgestellt ist, sollten Maßnahmen ergriffen werden, um Schimmel zu entfernen und vorzubeugen:

  1. Diagnose stellen: Identifizieren Sie die genaue Quelle der Feuchtigkeit. Ist es ein Leck in der Wand, oder handelt es sich um unzureichende Belüftung?
  2. Wand untersuchen: Entfernen Sie die Tapete und prüfen Sie die Wand auf Feuchtigkeit und Schimmel. Ein Schimmeltest kann hier hilfreich sein.
  3. Reinigung: Entfernen Sie den Schimmel mit speziellen Reinigern oder einer Mischung aus Wasser und Essig. Die betroffenen Stellen müssen gründlich getrocknet werden.
  4. Belüftung verbessern: Sorgen Sie für eine ausreichende Luftzirkulation. Öffnen Sie regelmäßig Fenster, installieren Sie Ventilatoren oder nutzen Sie Luftentfeuchter.
  5. Isolierung überprüfen: Überlegen Sie, ob eine bessere Dämmung Ihrer Wände nötig ist, um künftige Probleme zu vermeiden.

Typische Missverständnisse

Es gibt einige verbreitete Missverständnisse über Schimmel, die es zu klären gilt:

  • „Schimmel ist harmlos.“ – Schimmel kann Allergien und Atemwegserkrankungen auslösen. Daher ist es wichtig, ihn ernst zu nehmen.
  • „Einmal entfernt, kommt er nicht wieder.“ – Wenn die Ursachen nicht behoben werden, wird der Schimmel wahrscheinlich wiederauftreten.
  • „Nur sichtbarer Schimmel ist ein Problem.“ – Oft gibt es auch unsichtbare Schimmelquellen, die gesundheitliche Risiken bergen.

Fallbeispiel: Schimmel im Wohnzimmer

Herr Müller bemerkte eines Tages, dass sich hinter der Tapete in seinem Wohnzimmer eine dunkle Färbung ausbreitete. Nach sorgfältiger Untersuchung stellte er fest, dass ein Schaden am Fenster zu einem langsamen Wassereintritt geführt hatte. Durch regelmäßiges Lüften und die Reparatur des Fensters konnte er das Problem beheben.

Anleitung
1Diagnose stellen: Identifizieren Sie die genaue Quelle der Feuchtigkeit. Ist es ein Leck in der Wand, oder handelt es sich um unzureichende Belüftung?
2Wand untersuchen: Entfernen Sie die Tapete und prüfen Sie die Wand auf Feuchtigkeit und Schimmel. Ein Schimmeltest kann hier hilfreich sein.
3Reinigung: Entfernen Sie den Schimmel mit speziellen Reinigern oder einer Mischung aus Wasser und Essig. Die betroffenen Stellen müssen gründlich getrocknet werden.
4Belüftung verbessern: Sorgen Sie für eine ausreichende Luftzirkulation. Öffnen Sie regelmäßig Fenster, installieren Sie Ventilatoren oder nutzen Sie Luftentfeuchter.
5Isolierung überprüfen: Überlegen Sie, ob eine bessere Dämmung Ihrer Wände nötig ist, um künftige Probleme zu vermeiden.

Fallbeispiel: Schimmel im Badezimmer

Frau Schmidt hatte Schwierigkeiten mit Schimmel in ihrem Badezimmer. Auch hier war die Ursache die hohe Luftfeuchtigkeit nach dem Duschen. Sie entschied sich, einen Abluftventilator einzubauen und das Badezimmer regelmäßig zu lüften, um die Luftfeuchtigkeit zu regulieren.

Fallbeispiel: Schimmel im Keller

Familie Bauer hatte in ihrem Keller Probleme mit Schimmel. Nach dem Entfernen der feuchten Tapete stellte sich heraus, dass die Wände nicht ausreichend isoliert waren. Durch nachträgliche Dämmung und den Einsatz eines Luftentfeuchters wurde der Schimmel erfolgreich beseitigt.

Bauphysikalische Hintergründe: Warum Tapeten ein Schimmelrisiko bergen

Tapeten gelten oft als harmlose Wandverkleidung, doch aus bauphysikalischer Sicht können sie das Risiko für verdeckten Schimmelbefall deutlich erhöhen. Entscheidend ist, wie sich Temperatur und Feuchtigkeit im Übergang zwischen Raumluft, Tapete und Wandaufbau verhalten. Jede Schicht wirkt wie ein eigener Widerstand für Wärme- und Feuchtetransport. Befindet sich die kälteste Zone nicht in der Wandmitte, sondern direkt an der Grenzfläche zwischen Kleister, Tapete und Putz, entsteht dort eine ideale Zone für Kondenswasser und damit für mikrobielles Wachstum.

Besonders problematisch sind dichte Beschichtungen wie Vinyltapeten, Lackfarben oder schwere Vliestapeten mit Kunststoffanteilen. Sie lassen von innen kommende Feuchte schlechter entweichen und verschieben den Taupunkt in Richtung Wandoberfläche. Gleichzeitig fühlen sich solche Oberflächen auf der Raumseite warm und trocken an, während sich dahinter hohe Luftfeuchtigkeit halten kann. Die Schimmelbildung bleibt daher lange unbemerkt, da weder Verfärbungen noch Gerüche sofort auffallen. Erst beim Ablösen der Tapete wird das Ausmaß sichtbar.

Auch der Kleister spielt eine Rolle. Tapetenkleister enthält organische Bestandteile, die als Nährstoffquelle dienen können. Solange die Wandkonstruktion bauphysikalisch funktioniert, bleibt das unkritisch. Kommt es aber durch Kältebrücken, Undichtigkeiten oder falsches Lüftungsverhalten zu erhöhten Feuchtewerten im Wandaufbau, reagiert der organische Film aus Kleister und Tapetenrückseite besonders empfindlich. Schon leicht erhöhte Oberflächenfeuchte über einen längeren Zeitraum reicht aus, um eine Besiedlung zu ermöglichen.

Hinzu kommt: In Bestandsgebäuden wurden die Außenwände häufig für eine geringe Luftwechselrate geplant. Wird später luftdichtere Fenstertechnik eingebaut, ohne das Lüftungskonzept anzupassen, steigen Luftfeuchtigkeit und Feuchtebelastung der Wände. Dann reichen zusätzliche Faktoren wie Heizpausen, Möbel vor Außenwänden oder dichter Putz aus, damit sich hinter der Tapete ein feuchtes Mikroklima bildet. Die sichtbare Wandoberfläche kann dabei völlig unauffällig wirken, was die Ursachenforschung erschwert.

Ein weiterer Aspekt ist die thermische Trägheit von Massivwänden. Nach nur kurzem Lüften kühlt der Putz deutlich stärker aus als die Raumluft, vor allem in Raumecken und Nischen. Wird der Raum danach rasch aufgeheizt, erwärmt sich die Luft schneller als die Wandoberfläche. Zwischen Temperatur und Wasserdampfgehalt der Luft entsteht ein Ungleichgewicht, das sich zuerst an den kältesten Zonen, also häufig direkt hinter der Tapete, bemerkbar macht. Dieser zyklische Wechsel aus kurzfristiger Auskühlung und nachfolgender Erwärmung fördert die Kondensatbildung an der Grenzschicht.

Einfluss von Einrichtung und Nutzung auf verdeckte Feuchteherde

Neben der Baustruktur prägt die Nutzung eines Raumes entscheidend, ob sich Feuchtigkeit im Wandbereich ansammelt. Besonders problematisch sind großflächige Möbelstücke wie Schränke, Sideboards oder Sofarückwände, die direkt an Außenwänden stehen. Zwischen Möbel und Tapete kann sich die Luft kaum bewegen, sodass sich in diesem Spalt eine deutlich höhere Luftfeuchtigkeit und eine niedrigere Temperatur einstellen als im übrigen Raum. Dadurch sinkt der lokale Taupunkt und Feuchte schlägt sich zuerst zwischen Tapete und Putz nieder.

Auch Textilien und Einrichtungsgegenstände, die dicht an der Wand hängen oder lehnen, verstärken diesen Effekt. Schwere Vorhänge, Wandteppiche, Pinnwände, große Bilder oder dicht gepackte Regalwände verhindern Luftzirkulation und führen zu kleinen Mikroklimazonen. In solchen Bereichen misst man oft deutlich geringere Oberflächentemperaturen als an frei zugänglichen Wandabschnitten. Das erklärt, warum der Schimmelbefall häufig genau hinter Kleiderschränken oder Bücherregalen sitzt, während der Rest der Wand unauffällig bleibt.

Das Wohnverhalten trägt zusätzlich zur Feuchtesituation bei. In Räumen, in denen häufig Wäsche getrocknet, viel gekocht oder geduscht wird, steigt der Wasserdampfgehalt der Luft schnell an. Wird diese feuchte Luft anschließend in weniger beheizte Räume geleitet, beispielsweise durch geöffnete Türen zu Schlafzimmern, kann sie an deren kühleren Wandflächen kondensieren. Die Tapete fungiert dann gewissermaßen als erste Schicht, an der sich die Feuchtigkeit sammelt. Bleibt dieses Muster über Monate bestehen, reichen kleine tägliche Mengen aus, um über die Zeit erhebliche Feuchtespeicher im Wandoberflächenbereich aufzubauen.

Ein weiterer Faktor ist die Raumtemperatur über den Tagesverlauf. Starke Schwankungen, etwa durch nächtliches Abschalten der Heizung oder punktuellen Betrieb von Heizlüftern, sorgen für ständig wechselnde Temperaturprofile in der Wand. Einmal abgekühlte Wandbereiche erwärmen sich nur langsam und bleiben hinter der Tapete länger kalt. In der warmen, feuchten Raumluft bilden sich dann bevorzugt Kondensationszonen dort, wo die Oberflächentemperatur am niedrigsten liegt. Diese Zonen liegen häufig genau in den Bereichen, die hinter Möbeln oder Vorhängen verborgen sind.

Praktisch hilft es, die Einrichtung leicht von der Außenwand abzurücken und punktuell auf Luftspalten zu achten. Schon ein Abstand von wenigen Zentimetern und offene Sockelbereiche verbessern die Luftzirkulation deutlich. Offene Regale statt geschlossener Schrankwände, Füße unter Kommoden und durchlässige Rückenwände bei Möbeln können das Risiko reduzieren. Ergänzend sollten Zimmertüren zwischen stark feuchtebelasteten und eher kühlen Räumen nicht dauerhaft offenstehen, damit sich die Feuchte nicht unkontrolliert in weniger beheizte Zonen verteilt.

Bauliche Schwachstellen und Modernisierungen als Auslöser

Viele verdeckte Feuchteprobleme hängen direkt mit baulichen Schwachstellen oder nur teilweise durchdachten Modernisierungen zusammen. Typische Beispiele sind Wärmebrücken im Bereich von Fensterlaibungen, Deckenanschlüssen, Balkenauflagerpunkten oder Betonstützen, die in eine ansonsten gemauerte Wand eingelassen sind. An solchen Stellen wird die Wärme aus dem Raum schneller nach außen geleitet, sodass der innere Wandbereich dauerhaft kühler bleibt. Auf den ersten Blick ist das oft nicht erkennbar, da die Tapete optisch einen einheitlichen Eindruck vermittelt, während die Oberflächentemperaturen im Detail stark variieren.

Probleme entstehen ebenfalls nach energetischen Teilmodernisierungen. Wird etwa nur die Fassade gedämmt, während Fensterlaibungen, Rolladenkästen oder der Anschluss an Decken und Innenwände unverändert bleiben, entstehen neue, bislang nicht vorhandene Kältebereiche. Diese verschieben sich dann an die Grenzzonen zwischen gedämmten und ungedämmten Bauteilen. Die Feuchte sucht sich stets die kältesten Flächen, folglich konzentriert sich das Risiko genau dort. Da Tapete und Anstrich diese Zonen optisch kaschieren, bleibt die Gefahr lange unentdeckt.

Eine weitere, oft unterschätzte Ursache sind Undichtigkeiten im Bereich von Dachanschlüssen, Rohrdurchführungen oder Fensterfugen. Gelangt durch kleine Risse oder fehlerhafte Abdichtungen über längere Zeit geringe Mengen Wasser in das Mauerwerk, verteilt es sich kapillar im Baustoff. An der Innenoberfläche kommt diese Feuchte dann diffus an und führt zu scheinbar grundlosen Verfärbungen oder Abplatzungen, häufig verborgen hinter Tapetenbahnen. Hier liegt nicht nur ein reines Raumluftproblem vor, sondern eine Bauschadenquelle, die zwingend fachgerecht behoben werden muss.

Auch nach dem Einbau neuer, dichter Fenster ohne Anpassung des Lüftungskonzepts verändern sich die bauphysikalischen Verhältnisse deutlich. Früher entwich ein Teil der Feuchte unkontrolliert über undichte Fugen und Zugluft. Moderne Fenster mit Mehrfachverglasung und Dichtungsebenen reduzieren diesen Luftaustausch auf ein Minimum. Ohne ausreichendes manuelles Lüften oder ein Lüftungssystem steigt die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit im Raum. Da die Außenwände trotzdem kühler bleiben als die Raumluft, verlagert sich die Feuchtebelastung verstärkt in Wandoberflächen und damit auch in den Bereich hinter Tapeten.

Besonders aufmerksam sollten Eigentümer und Mieter nach baulichen Eingriffen sein, etwa nach Dämmmaßnahmen, Fenstertausch, Dachausbau oder dem Einziehen neuer Leichtbauwände. Jede Veränderung kann das Gleichgewicht von Temperatur, Feuchte und Luftzirkulation im Gebäude beeinflussen. Bleiben im Zuge solcher Arbeiten alte Putze, Kleisterreste oder Tapetenschichten an der Wand, entstehen schnell komplexe Schichtenpakete aus unterschiedlich diffusionsoffenen Materialien. In diesen Konstruktionen bilden sich bevorzugt Zonen, in denen sich Feuchte sammelt, während sie an anderer Stelle kaum abtrocknen kann.

Hinweise auf bauliche Ursachen erkennen

  • Der Befall konzentriert sich auf bestimmte geometrische Bereiche wie Wand-Decken-Ecken, Fensterlaibungen oder Sockelzonen.
  • Es zeigen sich Risse, Abplatzungen oder Hohlstellen im Putz im Umfeld der betroffenen Fläche.
  • Nach Regenphasen oder Tauwetter verschlimmert sich die Situation, während sie in langen Trockenzeiten etwas abklingt.
  • Der Schaden tritt erst nach Sanierungs- oder Umbauarbeiten auf, obwohl zuvor keine ähnlichen Erscheinungen vorhanden waren.

Prävention durch materialbewusste Gestaltung und langfristige Strategien

Um das Risiko für Schimmelbefall im Wandbereich deutlich zu reduzieren, lohnt sich ein Blick auf die verwendeten Materialien und auf langfristig tragfähige Strategien. Besonders vorteilhaft sind diffusionsoffene Wandbeläge und Anstriche, die Feuchtigkeit kurzfristig aufnehmen und wieder abgeben können, ohne selbst Schaden zu nehmen. Mineralische Putze, Kalk- oder Silikatfarben und einfache Papiertapeten unterstützen einen ausgeglichenen Feuchtehaushalt an der Wandoberfläche. Sie verhindern zwar keine falsche Nutzung oder gravierende Bauschäden, helfen aber, kurzfristige Feuchtespitzen abzufedern.

Bei der Wahl der Tapeten lohnt es sich, Dichtschichten kritisch zu hinterfragen. Vinyltapeten, kunststoffbeschichtete Dekore oder stark glänzende, kaum atmungsaktive Oberflächen sollten in sensiblen Zonen wie Außenwänden, schlecht beheizten Räumen oder Bereichen mit hoher Luftfeuchtigkeit nur mit Bedacht eingesetzt werden. Wer Wert auf solche Oberflächen legt, sollte zumindest für eine sehr gute Lüftungsdisziplin, ausreichende Beheizung oder technische Unterstützung durch Lüftungsgeräte sorgen. Alternativ können dekorative Effekte auch mit diffusionsoffenen Produkten erzielt werden, die den Feuchtestransport weniger behindern.

Langfristig sinnvoll ist ein ganzheitlicher Blick auf den Zustand des Gebäudes. Dazu gehört, regelmäßig auf Risse im Putz, schadhafte Fugen, undichte Anschlüsse sowie Verfärbungen an Außen- und Innenwänden zu achten. Früh erkannte Feuchtequellen lassen sich meist wesentlich einfacher beheben, bevor sie im Inneren der Wohnung zu mikrobiellen Problemen führen. Ergänzend kann in kritischen Räumen der Einsatz von Hygrometern helfen, um Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Blick zu behalten. Werden längerfristig Werte deutlich über 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit gemessen, besteht Handlungsbedarf bei Lüftung, Heizung oder baulicher Abdichtung.

Besonderes Augenmerk verdienen genutzte Kellerräume, ausgebauter Dachraum und ältere Gebäude mit teilweiser Dämmung. In solchen Situationen sollten Maßnahmen wie Innendämmung, das Verkleiden von Innenwänden mit Gipskarton oder das Aufbringen mehrerer Tapetenschichten immer fachkundig geplant werden. Schon kleine Fehler im Schichtenaufbau können dazu führen, dass sich zwischen den Ebenen ein unkontrolliertes Feuchtemilieu ausbildet. Wer als Mieter an den Wandaufbau nichts ändern kann, kann zumindest auf angepasste Möblierung, konsequentes Stoßlüften

Häufige Fragen zu Schimmel hinter Tapeten

Wie erkenne ich, ob sich Schimmel hinter der Tapete verbirgt?

Ein typisches Anzeichen sind dunkle Schatten oder Flecken, die sich unter der Tapete abzeichnen oder an den Rändern hervorkriechen. Auch ein muffiger Geruch, der trotz Lüften bleibt, weist darauf hin, dass sich hinter der Wandverkleidung bereits Kolonien gebildet haben.

Muss jede schimmelige Tapete komplett entfernt werden?

Sobald sichtbarer Bewuchs vorhanden ist, sollte die Tapete im betroffenen Bereich immer abgenommen werden, damit sich die Ursache auf dem Untergrund untersuchen lässt. Bleibt die Tapete als Schicht darüber, können sich die Sporen weiter ausbreiten und gelangen beim nächsten Anfassen vermehrt in die Raumluft.

Welche Tapeten sind bei Feuchtigkeit weniger anfällig?

Mineralische oder diffusionsoffene Varianten wie Glasfaser- oder spezielle Klima- bzw. Renoviervliese lassen Wasserdampf besser durch und trocknen schneller ab. Dagegen neigen Vinyl- und sehr dichte Kunststofftapeten dazu, Feuchtigkeit einzusperren, was Mikroorganismen ideale Bedingungen verschafft.

Hilft es, die betroffene Stelle nur zu überstreichen?

Ein Überstreichen kaschiert höchstens die sichtbaren Verfärbungen, beseitigt jedoch nicht das Problem im Putz oder Mauerwerk. Selbst sogenannte Anti-Schimmel-Farben können die Ursache nicht beheben, sondern verzögern im besten Fall lediglich den erneuten sichtbaren Bewuchs.

Wann sollte ein Fachbetrieb eingeschaltet werden?

Sobald die befallene Fläche größer als etwa ein halber Quadratmeter ist oder der Untergrund sichtbar beschädigt wirkt, ist professionelle Hilfe sinnvoll. Auch bei wiederkehrender Schimmelbildung trotz verbessertem Lüftungs- und Heizverhalten sollte eine Fachperson die Gebäudetechnik und den Wandaufbau prüfen.

Kann Schimmel hinter der Tapete gesundheitliche Folgen haben?

Schimmelsporen können die Atemwege reizen und bestehende Erkrankungen wie Asthma oder Allergien verschlechtern. Besonders empfindlich reagieren Kinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem, weshalb bei Innenraumbefall rasch gehandelt werden sollte.

Wie lüfte ich richtig, um Schimmel hinter Tapeten vorzubeugen?

Mehrmals täglich für wenige Minuten stoßlüften ist deutlich wirksamer als ein dauerhaft gekipptes Fenster, weil dabei feuchte Luft schnell nach draußen gelangt. In stark genutzten Räumen oder in Bädern und Küchen sollte das Lüften unmittelbar nach feuchteintensiven Tätigkeiten wie Duschen oder Kochen erfolgen.

Welche Raumtemperatur ist günstig, um Schimmelbefall zu vermeiden?

In Wohnräumen gilt eine Temperatur von etwa 20 Grad Celsius als guter Richtwert, in Schlafräumen darf es leicht kühler sein, solange die Wände nicht auskühlen. Entscheidend ist, dass Oberflächen nicht dauerhaft deutlich kälter als die Raumluft sind, da sonst Wasserdampf dort kondensiert.

Kann ich Schimmel hinter der Tapete selbst entfernen?

Kleinere, oberflächliche Stellen können vorsichtig mit geeigneten Mitteln gereinigt werden, wenn dabei Atemschutz und Handschuhe getragen werden. Zeigt sich nach dem Entfernen der Tapete jedoch feuchter oder bröseliger Putz, sollte die Sanierung einem Fachbetrieb überlassen werden.

Wie lange dauert es, bis Schimmel nach einer Sanierung wieder auftreten kann?

Wenn die Ursache nicht vollständig beseitigt ist, können sich bereits nach wenigen Wochen neue Flecken bilden, vor allem in der Heizperiode. Wird dagegen die Feuchtequelle dauerhaft ausgeschlossen und das Raumklima angepasst, bleibt die Wand in der Regel langfristig sauber.

Welche Rolle spielt Möbelaufstellung bei Schimmelbildung an Wänden?

Große Schränke oder Sofas sollten nicht direkt an kalten Außenwänden stehen, da die Luft dahinter sonst kaum zirkuliert und die Oberflächentemperatur absinkt. Ein Abstand von einigen Zentimetern und gelegentliches Lüften des Zwischenraums verringern das Risiko für versteckte Feuchtenester.

Fazit

Der Artikel zeigt, dass Feuchtigkeit, kalte Wandoberflächen und mangelnde Luftzirkulation die Hauptursachen für verborgenen Schimmelbefall hinter Tapeten sind. Durch richtiges Heizen und Lüften, ausreichende Abstände von Möbeln zu Außenwänden und eine fachgerechte Sanierung bei tiefergehenden Schäden lässt sich das Risiko deutlich verringern. Wer auf ein ausgewogenes Raumklima achtet, schützt nicht nur die Bausubstanz, sondern auch die eigene Gesundheit.

Checkliste
  • Hohe Luftfeuchtigkeit: Ein Raum, der konstant feucht ist, ist ein idealer Nährboden für Schimmel. Besonders in Badezimmern oder Küchen kann die Luftfeuchtigkeit durch Dampf oder längeres Kochen ansteigen.
  • Undichte Wände: Schwammige oder rissige Wände können Wasser einsickern lassen, was zur Schimmelbildung führt. Regen oder Schnee, der an die Wände geschlagen wird, sind häufige Ursachen.
  • Unzureichende Belüftung: Räume, die schlecht belüftet sind, trocknen nicht aus. Wenn alte Tapeten mit Schimmel in Kontakt kommen, kann dieser nicht abtrocknen. Frischluft ist nötig.
  • Temperaturschwankungen: Wenn warme, feuchte Luft auf kalte Oberflächen trifft, kann sich Kondenswasser bilden, das dann zur Schimmelbildung führen kann.
  • Wärmedämmung: Dunkle, schlecht isolierte Wände können ebenfalls ein Schimmelrisiko darstellen. Häufig kommt es hier zu einer Kombination aus kalten Wänden und hoher Luftfeuchtigkeit.

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