Wie kann ich meinen Gartenteich vor Algen schützen?

Lesedauer: 14 Min – Beitrag erstellt: 9. Mai 2026, zuletzt aktualisiert: 9. Mai 2026

Ein Gartenteich bleibt dauerhaft klar, wenn Nährstoffe begrenzt, ausreichend Schatten geschaffen und das biologische Gleichgewicht stabil gehalten werden. Entscheidend sind weniger chemische Mittel, sondern die richtige Kombination aus Teichgröße, Pflanzen, Fischen, Filtertechnik und Pflegegewohnheiten.

Wer versteht, warum Algen entstehen, kann mit ein paar gezielten Maßnahmen für sauberes Wasser sorgen und teure Notlösungen vermeiden.

Warum Algen im Gartenteich überhaupt entstehen

Algen wachsen immer dort stark, wo viel Licht und viele Nährstoffe aufeinandertreffen. Im Gartenteich stammen diese Nährstoffe vor allem aus Laub, Futterresten, Fischkot, ungedüngter Gartenerde und Leitungswasser mit hoher Phosphat- oder Nitratbelastung.

Es gibt grob zwei typische Algenprobleme: Schwebealgen, die das Wasser grün und trüb machen, und Fadenalgen, die als lange, schleimige Stränge wachsen und sich an Pflanzen, Steinen oder Technik festsetzen. Beide tauchen besonders schnell auf, wenn das ökologische Gleichgewicht gestört ist.

Einige typische Ursachen im Überblick:

  • Zu viele Fische im Verhältnis zur Teichgröße
  • Übermäßiges Füttern, Futter sinkt zu Boden und verrottet
  • Kaum Unterwasserpflanzen oder Schwimmpflanzen, die Nährstoffe verbrauchen
  • Starke Sonneneinstrahlung ohne Beschattung
  • Kein oder ein zu schwacher Filter, fehlende Wasserbewegung
  • Erdreich rutscht in den Teich, Bodenablagerungen bilden eine dicke Schlammschicht
  • Nährstoffreiches Leitungswasser oder Brunnenwasser

Je mehr dieser Punkte zusammenkommen, desto schneller kippt ein Teich optisch um. Ziel ist nicht, alle Algen zu vernichten, sondern das Wachstum so zu begrenzen, dass Wasser und Pflanzen gesund bleiben.

Das richtige Teichdesign als Basis gegen Algen

Vorbeugung beginnt bei der Planung und Gestaltung des Gartenteichs. Ein gut angelegtes Gewässer ist deutlich weniger anfällig für Massenvermehrungen von Algen als ein zu flacher, vollsonniger Miniteich.

Wichtige Punkte bei der Teichgestaltung:

  • Teichtiefe: Mindestens eine Zone mit 80 bis 100 Zentimetern Tiefe, besser mehr. Flache Teiche heizen sich schnell auf, was Algen liebt.
  • Teichgröße: Sehr kleine Wasserflächen reagieren empfindlich auf jede Nährstoffquelle. Etwas mehr Volumen bringt mehr Stabilität.
  • Ufergestaltung: Stabile Kanten, Pflanzzonen und eine klare Trennung zwischen Gartenerde und Teich vermeiden, dass Erde in den Teich rutscht.
  • Substrat: Spezielle Teicherde in Pflanzkörben nutzen, normale Gartenerde oder Blumenerde setzen große Mengen Nährstoffe frei.

Wer bei einer Neuanlage diese Grundregeln beachtet, spart sich später viele Korrekturen. Bei bestehenden Teichen lässt sich einiges nachrüsten, etwa tiefere Zonen, steilere Ränder oder das Nachrüsten von Pflanzzonen mit Körben.

Licht und Schatten gezielt steuern

Lichteinfall ist ein entscheidender Faktor für das Algenwachstum. Ein Gartenteich, der dauerhaft in praller Sonne steht, wird nahezu immer stärker mit Algen zu tun haben als ein Teich mit teilweiser Beschattung.

Idealerweise liegt der Teich so, dass etwa die Hälfte des Tages Sonne und die andere Hälfte Halbschatten herrscht. Wo das nicht möglich ist, helfen folgende Maßnahmen:

  • Schwimmpflanzen einsetzen: Seerosen, Wasserlinsen, Muschelblumen oder Froschbiss beschatten die Wasseroberfläche und entziehen gleichzeitig Nährstoffe.
  • Uferbepflanzung: Höhere Stauden und Gräser am Teichrand sorgen für wandernden Schatten über den Tag verteilt.
  • Sonnensegel oder leichte Überdachungen: Bei sehr kleinen oder exponierten Teichen kann eine textile Beschattung in den heißesten Sommerwochen sinnvoll sein.

Als grobe Faustregel gilt: Wenn etwa 50 bis 70 Prozent der Wasseroberfläche im Sommer von Pflanzen oder Schatten abgedeckt sind, ist die Algenneigung deutlich geringer.

Die Rolle von Teichpflanzen im Nährstoffhaushalt

Pflanzen sind die wichtigste Konkurrenz für Algen. Sie verbrauchen die gleichen Nährstoffe, die Algen zum Wachstum benötigen, und stabilisieren dadurch den Teich. Je vielfältiger und dichter der Pflanzenbestand, desto ausgewogener der Nährstoffkreislauf.

Anleitung
1Wasser beobachten: Trübung, Fadenalgen, Geruch, Fischverhalten und Pflanzenwachstum regelmäßig anschauen.
2Grobe Verschmutzungen entfernen: Blätter, Zweige, abgestorbenes Pflanzenmaterial mit dem Kescher herausnehmen.
3Pflanzenpflege vornehmen: Auslichten, zu stark wuchernde Arten zurückschneiden, Unterwasserpflanzen bei Bedarf nachsetzen.
4Filter kontrollieren: Durchfluss prüfen, bei Bedarf Filtermaterial schonend säubern.
5Fütterung anpassen: Futtermenge kritisch prüfen und eher reduzieren.

Für einen gesunden Gartenteich eignen sich unterschiedliche Pflanzentypen:

  • Unterwasserpflanzen: Wasserpest, Hornkraut, Tausendblatt und ähnliche Arten nehmen Nährstoffe direkt aus dem Wasser auf und versorgen es mit Sauerstoff.
  • Schwimmpflanzen: Sie spenden Schatten und ziehen ebenfalls Nährstoffe aus dem Wasser.
  • Sumpfpflanzen und Röhricht: Pflanzen wie Schilf, Seggen oder Iris wachsen in der Flachwasserzone und nehmen überschüssige Nährstoffe über ihre Wurzeln auf.
  • Seerosen: Sie verbinden Schattenwirkung mit Nährstoffverbrauch, wenn sie in passenden Pflanzkörben mit magerem Substrat gesetzt werden.

Ein häufiger Fehler ist, zu wenige Unterwasserpflanzen zu verwenden. Wer feststellt, dass der Teich zwar schön bepflanzt aussieht, aber hauptsächlich Ufer- und Sumpfpflanzen enthält, sollte gezielt Arten nachsetzen, die komplett unter Wasser wachsen.

Fischbesatz und Fütterung richtig dosieren

Fische verwandeln Futter in Nährstoffe, die im Wasser landen. Zu viele Tiere oder zu üppige Fütterung sind eine der häufigsten Ursachen für starke Algenentwicklung.

Für einen stabilen Teich ist es sinnvoll, nur so viele Fische zu halten, wie das Wasservolumen und die Filtertechnik problemlos verkraften. Eine häufig genutzte Orientierung lautet, dass pro 1.000 Liter Wasser nur wenige mittelgroße Zierfische dauerhaft gehalten werden sollten, abhängig von Art und Filterleistung.

Zur Fütterung helfen diese Grundsätze:

  • Nur so viel Futter geben, wie die Fische in wenigen Minuten fressen.
  • Mindestens einmal pro Woche auf Futter verzichten, damit die Tiere natürliche Nahrungsquellen nutzen.
  • Kein Futter bei sehr niedrigen Wassertemperaturen geben, wenn die Fische kaum aktiv sind.

Wer immer wieder Futterreste am Boden sieht oder trübes Wasser nach Fütterungen bemerkt, sollte noch deutlich sparsamer füttern oder zeitweise ganz darauf verzichten. Oft reicht bereits das natürliche Nahrungsangebot im Teich.

Filter und Technik: Wie viel ist sinnvoll?

Ein biologischer Teichfilter unterstützt Bakterien dabei, organische Stoffe abzubauen und Nährstoffe zu binden. Für viele Gartenteiche ist ein gut dimensioniertes Filtersystem mit Pumpe ein wichtiger Baustein, um Algenwachstum unter Kontrolle zu halten.

Wichtige Aspekte bei der Technik:

  • Filtergröße: Der Filter sollte zum Teichvolumen passen und im Zweifel etwas größer gewählt werden, besonders bei Fischbesatz.
  • Durchfluss: Die gesamte Teichmenge sollte typischerweise mindestens einmal pro Tag durch den Filter laufen, bei starkem Besatz auch öfter.
  • Filtermaterial: Grobe und feine Schwämme, Lavagestein oder andere poröse Materialien bieten Siedlungsfläche für Bakterien.
  • UV-Lampe: UV-Klärer können Schwebealgen abtöten und das Wasser klären. Sie ersetzen aber keine grundsätzliche Nährstoffkontrolle.

Regelmäßige Pflege gehört dazu: Filtermedien werden abhängig von der Verschmutzung schonend mit Teichwasser ausgespült, damit die wichtigen Bakterien nicht vollständig entfernt werden. Wer alles blitzblank mit Leitungswasser reinigt, startet den biologischen Prozess immer wieder bei null.

Wasserwerte verstehen und kontrollieren

Die wichtigsten Werte für das Algenwachstum sind Phosphat und Nitrat, daneben spielen pH-Wert und Karbonathärte eine Rolle. Hohe Phosphatwerte sind oft ein Indikator dafür, dass zu viele Nährstoffe im System sind.

Mit einfachen Testsets aus dem Fachhandel lassen sich diese Parameter regelmäßig überprüfen. Eine gelegentliche Kontrolle, etwa zu Beginn der Saison und in Phasen mit starkem Algenwuchs, hilft bei der Ursachenfindung. Wenn die Werte dauerhaft sehr hoch liegen, deutet das auf eine übermäßige Nährstoffquelle hin.

Typische Auslöser für schlechte Wasserwerte sind:

  • Zu viel organisches Material (Laub, abgestorbene Pflanzen, Teichschlamm)
  • Überbesatz mit Fischen
  • Falsches oder zu reichhaltiges Futter
  • Nährstoffreiches Nachfüllwasser

Wer einen Zusammenhang zwischen auffälligen Werten und bestimmten Pflegeschritten erkennt, kann seine Gewohnheiten gezielt anpassen und das Algenwachstum damit mittelbar reduzieren.

Teichschlamm und organische Belastung reduzieren

Mit der Zeit sammelt sich am Boden des Gartenteichs eine Schicht aus Laub, Pollen, Fischkot und abgestorbenen Pflanzenteilen. Dieser Schlamm wird durch Bakterien zersetzt und setzt dabei kontinuierlich Nährstoffe frei, die Algen nutzen.

Um die organische Belastung gering zu halten, helfen mehrere Maßnahmen:

  • Im Herbst möglichst viel Laub mit einem Kescher abfangen, bevor es absinkt.
  • Verblühte Blätter und abgestorbene Pflanzenteile regelmäßig entfernen.
  • Sehr dicke Schlammschichten mit einem Schlammsauger oder bei einer Teilsanierung absaugen.
  • Gegebenenfalls natürliche Schlammabbau-Produkte mit Bakterien einsetzen, wenn die Basisbedingungen stimmen.

Beim Entfernen von Schlamm ist es sinnvoll, behutsam vorzugehen. Ein dünner Rest am Boden schadet nicht, dort leben viele nützliche Mikroorganismen. Wird zu radikal gereinigt, gerät das biologische Gleichgewicht kurzfristig aus dem Tritt, was wiederum Algen begünstigen kann.

Schrittfolge für eine sinnvolle Teichpflege

Eine klare Reihenfolge bei der Pflege hilft, die wichtigsten Stellschrauben im Blick zu behalten und Arbeiten zu bündeln. So entsteht ein Rhythmus, der Algenwachstum von Anfang an begrenzt.

  1. Wasser beobachten: Trübung, Fadenalgen, Geruch, Fischverhalten und Pflanzenwachstum regelmäßig anschauen.
  2. Grobe Verschmutzungen entfernen: Blätter, Zweige, abgestorbenes Pflanzenmaterial mit dem Kescher herausnehmen.
  3. Pflanzenpflege vornehmen: Auslichten, zu stark wuchernde Arten zurückschneiden, Unterwasserpflanzen bei Bedarf nachsetzen.
  4. Filter kontrollieren: Durchfluss prüfen, bei Bedarf Filtermaterial schonend säubern.
  5. Fütterung anpassen: Futtermenge kritisch prüfen und eher reduzieren.
  6. Werte testen: Bei anhaltenden Problemen Wasserwerte überprüfen, um Nährstoffquellen zu identifizieren.

Wer diese Reihenfolge als Routine verinnerlicht, bemerkt Veränderungen frühzeitig und kann eingreifen, bevor sich Algen stark ausbreiten.

Sanfte Maßnahmen gegen bereits vorhandene Algen

Selbst in gut gepflegten Gartenteichen werden sich Algen nie völlig vermeiden lassen. Ziel ist, sie auf einem moderaten Niveau zu halten und bei stärkeren Blüten gezielt gegenzusteuern.

Bei Fadenalgen hilft es, die Algen regelmäßig mit einem Stab, Holzstock oder einer Bürste aufzuwickeln und aus dem Wasser zu entfernen. So werden Nährstoffe direkt mit aus dem System genommen. Schwebealgen, die das Wasser grün färben, lassen sich durch eine Kombination aus stärkerem Pflanzenwuchs, Filteroptimierung und gegebenenfalls einer UV-Lampe eindämmen.

Chemische Algenmittel können das Wasser zwar kurzfristig klarer machen, lösen aber das eigentliche Problem nicht. Abgestorbene Algen sinken zu Boden und werden zu neuem Nährstoffvorrat, wenn sie nicht entfernt werden. Dadurch kehrt das Problem häufig zurück, sobald die Wirkung nachlässt.

Typische Denkfehler beim Kampf gegen Algen

Viele Teichbesitzer konzentrieren sich auf sichtbare Symptome und übersehen die Ursachen im Hintergrund. Gerade wenn schnelle Klarheit gewünscht ist, liegt die Versuchung nahe, auf starke Mittel oder häufige Wasserwechsel zu setzen.

Drei verbreitete Irrtümer tauchen besonders oft auf:

  • Viel hilft viel: Mehr Futter, mehr Fische, mehr Dünger für Pflanzen – all das führt zu mehr Nährstoffen im Wasser.
  • Kompletter Wasserwechsel als Standardlösung: Kurzzeitig wirkt das Wasser klarer, doch ohne Änderung der Rahmenbedingungen kehren Algen meist schnell zurück.
  • Nur auf Technik verlassen: Selbst der beste Filter kann einen überlasteten oder völlig falsch besetzten Teich nicht dauerhaft stabil halten.

Ein wirksames Algenmanagement setzt an mehreren Stellen an: Nährstoffzufuhr verringern, Nährstoffverbrauch durch Pflanzen erhöhen, Licht regulieren und biologische Prozesse unterstützen.

Praxisnahe Alltagssituationen aus dem Teich

Im Alltag tauchen immer wieder ähnliche Szenarien auf, in denen Algen plötzlich überhandnehmen. Wer typische Muster kennt, findet schneller den passenden Hebel.

Ein häufiges Bild ist ein neuer Teich, der im ersten Frühling plötzlich in eine dichte grüne Suppe verwandelt. Meist war das Wasser zunächst klar, bis Temperatur und Sonneneinstrahlung stiegen. In vielen Fällen sind dann noch kaum Unterwasserpflanzen etabliert, das Filtersystem ist nicht richtig eingelaufen und der Besitzer hat schon Fische eingesetzt und mit regelmäßigem Füttern begonnen. Hier hilft vor allem Geduld: Pflanzen gezielt ergänzen, Filter biologisch aufbauen, Fütterung deutlich reduzieren und organische Einträge minimieren.

Ein anderes typisches Szenario betrifft ältere Gartenteiche, die über die Jahre immer flacher wirken, weil sich am Boden dicke Schlammschichten gebildet haben. Das Wasser wird in warmen Perioden milchig oder grün, Fadenalgen hängen an Steinen und Wasserpflanzen. Dann lohnt es sich, schrittweise Schlamm zu entfernen, den Pflanzenbestand zu erneuern, eventuell den Fischbesatz zu verringern und nach einer Phase der Erholung die Filtertechnik zu überprüfen.

Auch kleine Fertigbecken oder Whiskeyfässer verwandeln sich im Hochsommer gern in grüne Algenbecken. Sie stehen oft voll in der Sonne, haben kaum Wasservolumen und meist keinen Filter. Dort ist die Kombination aus starker Beschattung, wenigen robusten Wasserpflanzen, sehr sparsamer Fischhaltung oder sogar völliger Fischfreiheit und gelegentlichem Wasserwechsel der Schlüssel zu mehr Klarheit.

Jahreszeiten und ihr Einfluss auf das Algenwachstum

Je nach Jahreszeit spielen andere Faktoren eine Rolle. Im Frühjahr, wenn das Wasser sich rasch erwärmt, Pflanzen aber noch nicht voll im Wachstum sind, haben Algen einen Vorsprung. Während dieser Phase helfen zusätzliche Unterwasserpflanzen und ein vorsichtiger Umgang mit Fütterung und Nährstoffeinträgen.

Im Sommer sorgen hohe Temperaturen und intensive Sonneneinstrahlung dafür, dass alle Prozesse schneller ablaufen. Teiche können dann regelrecht kippen, wenn sie kaum beschattet sind oder mit Fischen überbesetzt wurden. Regelmäßiges Entfernen von Fadenalgen, gute Belüftung und die Pflege der Filteranlage sind in dieser Zeit besonders wichtig.

Herbst und Winter bringen andere Aufgaben mit sich: Laub und abgestorbene Pflanzenteile sollten weitgehend entfernt werden, um eine starke Nährstoffanreicherung über den Winter zu vermeiden. Viele Teichbesitzer unterschätzen, wie sehr sich diese Schicht über die Jahre summiert und im nächsten Frühjahr zur Nährstoffbombe für Algen werden kann.

Wann ein Teilneubau oder eine größere Sanierung sinnvoll ist

Manche Teiche haben so ungünstige Rahmenbedingungen, dass kleine Korrekturen wenig bringen. Sehr flache Becken ohne tiefere Zonen, Becken in voller Südlage ohne Beschattungsmöglichkeit oder Anlagen mit undichten Uferbereichen, in die ständig Erde einschwemmt, sind auf Dauer schwer stabil zu halten.

Wenn trotz angepasster Fütterung, guter Bepflanzung, Filtertechnik und regelmäßiger Schlammreduzierung immer wieder massive Algenprobleme auftreten, kann eine grundlegende Überarbeitung des Teichaufbaus sinnvoller sein als endlose Einzelmaßnahmen. Dazu gehören etwa das Nachrüsten einer Tiefenzone, die Neuaufteilung von Pflanzbereichen, der Austausch von Nährstoffbomben wie normaler Gartenerde in Pflanzkörben oder eine bessere Trennung zum umliegenden Gartenboden.

Wer in einem solchen Fall investiert, schafft die Grundlage dafür, dass alle anderen Schutzmaßnahmen gegen Algen endlich ihre volle Wirkung entfalten.

Häufige Fragen rund um einen algenarmen Gartenteich

Wie oft sollte ich das Wasser im Gartenteich wechseln?

In einem gut eingestellten Gartenteich ist ein kompletter Wasserwechsel in der Regel nicht nötig und kann das biologische Gleichgewicht sogar stören. Besser ist es, nur Verdunstungsverluste mit möglichst nährstoffarmem Wasser auszugleichen und bei Bedarf höchstens 10 bis 20 Prozent des Volumens auszutauschen.

Hilft eine Teichabdeckung gegen Algen?

Eine zeitweise Beschattung durch Abdecknetze oder Sonnensegel kann die Sonneneinstrahlung reduzieren und dadurch das Algenwachstum bremsen. Dauerhaft vollständig abdecken sollten Sie den Teich jedoch nicht, da Pflanzen und Mikroorganismen weiterhin Licht und Gasaustausch benötigen.

Sind Algenvernichter aus dem Handel eine gute Lösung?

Chemische Mittel können Algen zwar schnell abtöten, sie lösen aber nicht die Ursache für das Überangebot an Nährstoffen im Wasser. Außerdem können sie nützliche Mikroorganismen und Teichbewohner beeinträchtigen, weshalb ein maßvoller, gut überlegter Einsatz und eine ursachenorientierte Vorgehensweise deutlich sinnvoller sind.

Wie erkenne ich, ob mein Teich zu viele Nährstoffe enthält?

Stark grünliches Wasser, lange Fadenalgen und ein zäher Bodenschlamm sind deutliche Hinweise auf eine hohe Nährstoffbelastung. Zusätzlich geben Wassertests für Phosphat, Nitrat und Gesamthärte Aufschluss darüber, ob das ökologische Gleichgewicht aus dem Lot geraten ist.

Kann Leitungswasser selbst zum Algenwachstum beitragen?

Leitungswasser enthält je nach Region unterschiedliche Mengen an Phosphat und Härtebildnern, die das Algenwachstum fördern können. Wer seinen Teich häufiger damit auffüllt, sollte die Wasserwerte prüfen und gegebenenfalls über Phosphatbinder oder Mischwasser mit Regenwasser nachdenken.

Wie gehe ich mit Laubfall im Herbst am besten um?

Laub, das im Teich verbleibt, zersetzt sich und setzt Nährstoffe frei, die Algen im nächsten Jahr nutzen. Ein Laubfangnetz über dem Teich oder das regelmäßige Abfischen mit einem Kescher hilft, organische Belastungen deutlich zu verringern.

Ab welcher Teichgröße lässt sich ein stabiles Gleichgewicht erwarten?

Je größer das Wasservolumen, desto träger reagiert das System auf Schwankungen und Nährstoffspitzen, was ein stabiles Gleichgewicht begünstigt. Kleinere Becken unter etwa 1.000 Litern sind anfälliger und benötigen deshalb besonders sorgfältige Pflege und Bepflanzung.

Welche Rolle spielt der Standort meines Teichs bei der Algenbildung?

Ein Teich, der viele Stunden am Tag direkte Sonne abbekommt, erhitzt sich stärker und bietet Algen bessere Wachstumsbedingungen. Ein Standort mit wechselndem Licht, morgendlicher oder später Nachmittagssonne und natürlicher Beschattung durch Gehölze wirkt sich langfristig deutlich günstiger aus.

Darf ich Regenwasser direkt in den Teich leiten?

Regenwasser von unbehandelten Dachflächen ist oft weicher und nährstoffärmer als Leitungswasser und kann für den Teich von Vorteil sein. Es sollte jedoch nicht von Kupferdächern oder stark verschmutzten Flächen stammen, um keine Schadstoffe oder übermäßige Partikel in das Gewässer einzutragen.

Wie viele Fische verträgt ein naturnaher Gartenteich?

Die Tragfähigkeit hängt vom Wasservolumen, der Filterleistung und der Bepflanzung ab, als grobe Orientierung gilt jedoch: Lieber weniger Fische und dafür bessere Wasserqualität. Ein sparsamer Besatz reduziert Futtereintrag und Ausscheidungen, wodurch Nährstoffe gar nicht erst in kritische Bereiche ansteigen.

Was kann ich tun, wenn der Teich im Hochsommer schnell aufheizt?

Großblättrige Schwimmpflanzen, höhere Ufergehölze und ein leicht erhöhtes Wasservolumen helfen, starke Temperaturspitzen abzufangen. Zusätzlich kann eine leichte Wasserumwälzung in den frühen Morgenstunden Sauerstoff einbringen, ohne das Wasser tagsüber weiter aufzuheizen.

Wie lange dauert es, bis sich ein neues Gleichgewicht im Teich einstellt?

Nach baulichen Veränderungen oder einer umfangreichen Reinigung braucht ein Teich oft mehrere Wochen bis Monate, um wieder ein stabiles biologisches System zu entwickeln. In dieser Phase sollten Eingriffe behutsam erfolgen, damit sich Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere neu einspielen können.

Fazit

Ein algenarmer Gartenteich entsteht nicht durch einzelne Schnellschüsse, sondern durch ein Zusammenspiel aus durchdachtem Aufbau, maßvollem Besatz, sinnvoller Technik und regelmäßiger Pflege. Wer Licht, Nährstoffe und organische Belastungen im Blick behält, schafft stabile Bedingungen, in denen Algen kaum zur Plage werden. Mit etwas Beobachtungsgabe und einer klaren Strategie bleibt das Wasser dauerhaft klar und der Teich entwickelt sich zu einem lebendigen, gut ausbalancierten Biotop.

Checkliste
  • Zu viele Fische im Verhältnis zur Teichgröße
  • Übermäßiges Füttern, Futter sinkt zu Boden und verrottet
  • Kaum Unterwasserpflanzen oder Schwimmpflanzen, die Nährstoffe verbrauchen
  • Starke Sonneneinstrahlung ohne Beschattung
  • Kein oder ein zu schwacher Filter, fehlende Wasserbewegung
  • Erdreich rutscht in den Teich, Bodenablagerungen bilden eine dicke Schlammschicht
  • Nährstoffreiches Leitungswasser oder Brunnenwasser

Schreibe einen Kommentar