Ein Rohrreiniger löst nur bestimmte Arten von Ablagerungen, erreicht den Pfropfen nicht immer zuverlässig und kann bei falscher Anwendung sogar dafür sorgen, dass sich der Schmutz fester setzt. Wenn der Abfluss trotz Rohrreiniger verstopft bleibt, steckt häufig entweder ein mechanisches Problem dahinter (Haarknäuel, Fremdkörper, Siphon voll, Engstelle weiter hinten) oder die Verstopfung besteht aus Material, das chemisch nur schlecht reagiert (Fettklumpen, Kalkkrusten, Seifenstein, alte Ablagerungsschichten).
Damit du nicht von einem Produkt zum nächsten wechselst, lohnt sich ein systematischer Blick: Wo sitzt die Blockade, woraus besteht sie, und was hilft in genau diesem Fall wirklich? Viele Verstopfungen lassen sich ohne große Werkzeuge lösen, aber bei manchen ist ein Rohrreiniger schlicht das falsche Werkzeug.
Was ein Rohrreiniger leisten kann und was nicht
Chemische Rohrreiniger arbeiten im Kern auf zwei Arten: Sie lösen organische Stoffe (zum Beispiel Haare, Seifenreste, Hautfett) oder sie reagieren mit Fett und Eiweiß und zersetzen das Material schrittweise. Das funktioniert gut, wenn der Pfropfen erreichbar ist, die Chemie nicht sofort stark verdünnt wird und das Rohr an der betroffenen Stelle noch ausreichend „Durchfluss“ hat, damit das Mittel an der Verstopfung anliegt.
Was Rohrreiniger dagegen nur eingeschränkt können:
- Einen festen Fremdkörper (zum Beispiel ein kleines Spielzeug, ein Wattestäbchen, ein Stück Schwamm) auflösen
- Dicke Fettpfropfen, die wie Wachs sitzen, schnell genug lösen
- Ablagerungen aus Kalk oder sogenannten Seifenstein-Schichten zuverlässig entfernen
- Verstopfungen hinter mehreren Bögen oder weit in der Wand erreichen, wenn das Mittel vorher abläuft oder sich mit Wasser mischt
- Konstruktionsprobleme ausgleichen (zu wenig Gefälle, beschädigte Rohre, starke Innenrauigkeit alter Leitungen)
Wenn du verstehst, welche Art Problem vorliegt, wird klar, warum „noch mehr Rohrreiniger“ oft nicht die Lösung ist.
Die häufigsten Gründe, warum der Abfluss trotz Rohrreiniger verstopft bleibt
1) Der Reiniger erreicht den Pfropfen nicht
In vielen Abflüssen steht Wasser, sobald es verstopft ist. Der Reiniger wird dann sofort verdünnt und rutscht teilweise am Pfropfen vorbei. Besonders in Waschbecken und Dusche liegt die Blockade oft direkt im Siphon oder kurz dahinter. Wenn der Reiniger dort nicht konzentriert ankommt oder nicht lange genug anliegt, passiert wenig.
Typisch ist das Szenario „es gluckert, aber nichts läuft ab“. Dann steht das Mittel eher als Brühe im Becken, statt den Pfropfen gezielt zu bearbeiten.
2) Die Verstopfung ist überwiegend mechanisch
Haare, Fussel, Essensreste, Kaffeesatz, kleine Fremdkörper oder ein dichter Mix daraus bilden einen richtigen Stopfen. Solche Pfropfen sind nicht immer „auflösbar“, sondern müssen häufig erst gelockert oder herausgezogen werden. Das gilt besonders für Duschen und Badewannen, wo Haare und Seifenreste sich wie Filz verhalten.
Bei Küchenspülen ist es oft Fett, das sich mit Speiseresten verbindet. Fett kann sich wie eine harte Schicht an die Rohrwand legen. Der Reiniger arbeitet dann nur an der Oberfläche, während der Kern des Pfropfens stabil bleibt.
3) Fett, Seifenstein oder Kalk: Chemie wirkt nur langsam oder kaum
In Küche und Bad entstehen Ablagerungen, die nicht nur aus „organischem Zeug“ bestehen. Seifenstein ist eine Mischung aus Seifenresten, Mineralien und Schmutz, die sich über Zeit zu einer harten Schicht verdichten kann. Kalk kann sich ebenfalls ansetzen, vor allem wenn das Wasser sehr kalkhaltig ist. Gegen solche Beläge hilft Rohrreiniger oft nur begrenzt, weil er nicht dafür gedacht ist, Mineralablagerungen großflächig abzubauen.
Das Resultat: Der Abfluss ist nicht komplett dicht, aber er bleibt dauerhaft träge und wird immer wieder schnell langsam.
4) Der Siphon ist der eigentliche Übeltäter
Der Siphon ist der U-förmige Geruchsverschluss unter Waschbecken und Spüle. Dort sammelt sich gern alles, was schwerer ist: Fett, Sand, Haare, Essenskrümel, sogar kleine Gegenstände. Wenn der Siphon fast voll ist, bringt Chemie oft wenig, weil die Schicht eher wie Schlamm sitzt. Mechanisches Reinigen ist dann meist schneller und gründlicher.
5) Die Verstopfung sitzt tiefer in der Leitung
Wenn mehrere Abflüsse betroffen sind (zum Beispiel Waschbecken und Dusche gleichzeitig) oder wenn es aus dem Abfluss „hochdrückt“, liegt die Blockade häufig weiter hinten, manchmal sogar im Hauptstrang. In solchen Fällen kann Rohrreiniger den Pfropfen nicht sinnvoll erreichen oder er würde nur den vorderen Teil der Leitung belasten, während das eigentliche Problem bleibt.
6) Falsche Anwendung oder falsches Timing
Auch das kommt öfter vor, als man denkt: zu wenig Mittel, zu kurze Einwirkzeit, zu viel Wasser im Abfluss, zu frühes Nachspülen oder ein Reiniger, der nicht zur Art Verstopfung passt. Manche Produkte sind eher für Haare, andere eher für Fett gedacht. Zudem brauchen viele Reiniger Zeit, häufig eher im Bereich von 30 bis 60 Minuten, bei hartnäckigen Fällen auch länger. Wird zu früh gespült, wird die Reaktion abgebrochen.
7) Es gibt ein echtes Rohrproblem
Wenn Rohre alt sind, innen stark rau, teilweise zusammengedrückt oder schlecht verlegt, bilden sich immer wieder Engstellen. Auch ein mangelndes Gefälle sorgt dafür, dass Schmutz nicht abtransportiert wird. Dann helfen Rohrreiniger nur wie ein Pflaster: kurz besser, dann wieder schlecht.
So findest du heraus, wo die Verstopfung sitzt
Bevor du wieder Chemie einfüllst, lohnt sich eine kurze Standortbestimmung. Damit sparst du dir Frust und verhinderst, dass du aus Versehen das falsche Problem „behandelst“.
Achte auf diese Hinweise:
- Läuft nur ein Abfluss schlecht (nur Waschbecken, nur Dusche)? Dann sitzt das Problem meist nah am jeweiligen Siphon oder im ersten Rohrstück.
- Sind mehrere Abflüsse im Bad oder in der Küche gleichzeitig betroffen? Dann liegt die Blockade eher im gemeinsamen Abwasserstrang.
- Gluckert es stark oder riecht es plötzlich mehr? Das kann auf Luftprobleme in der Leitung oder eine teilweise Blockade hinweisen, bei der Wasser und Luft nicht sauber vorbeikommen.
- Steigt Wasser in einem anderen Ablauf hoch, wenn du irgendwo Wasser laufen lässt? Das ist ein Hinweis auf eine Verstopfung tiefer im System.
- Wird es nach kurzer Zeit wieder langsam, obwohl es kurz besser war? Das spricht für Ablagerungsschichten, nicht nur für einen einmaligen Pfropfen.
Diese Beobachtungen helfen, die richtige Maßnahme zu wählen, statt blind zu wiederholen.
Was du direkt tun kannst, bevor du weiter mit Chemie arbeitest
Viele Lösungen sind mechanisch und wirken sofort. Der Trick ist, sie in einer Reihenfolge zu nutzen, die das Rohr nicht zusätzlich belastet.
1) Heißes Wasser sinnvoll einsetzen, aber nicht „wild“
Heißes Wasser kann Fett lösen und Seifenreste anweichen. In Küchenabflüssen ist das besonders nützlich. Es bringt jedoch wenig, wenn ein dichter Haarpfropfen im Duschabfluss sitzt. Dort brauchst du eher Zugkraft oder ein Werkzeug.
Wenn du zuvor starken Rohrreiniger genutzt hast, gilt: Nicht unüberlegt mit kochendem Wasser nachkippen. Manche chemische Mittel reagieren stark, und extreme Temperaturen können je nach Rohrmaterial ungünstig sein. Sicherer ist meist heißes, nicht sprudelnd kochendes Wasser und ein kontrolliertes Vorgehen.
2) Saugglocke richtig nutzen
Eine Saugglocke wirkt nur dann, wenn sie wirklich abdichtet. Viele setzen sie an, drücken zweimal und geben auf. Besser klappt es so:
- Etwas Wasser im Becken lassen, damit die Gummilippe im Wasser abdichtet
- Überlauföffnungen (falls vorhanden) mit einem feuchten Tuch verschließen
- Mit kräftigen, rhythmischen Bewegungen arbeiten, nicht nur einmal drücken
- Nach mehreren Zügen prüfen, ob sich der Abfluss plötzlich löst
Das Ziel ist nicht „Druck nach unten“, sondern ein Wechsel aus Druck und Unterdruck, der den Pfropfen löst oder verschiebt.
3) Abflusssieb und sichtbare Bereiche reinigen
Bei Dusche und Badewanne sitzt das Problem häufig schon direkt unter dem Sieb. Haare und Seifenreste bilden dort ein kompaktes Paket. Ein Griff mit Handschuhen, eine kleine Hakenhilfe oder eine Abflusszange holen oft mehr heraus als jeder Reiniger.
4) Siphon reinigen (Spüle oder Waschbecken)
Wenn der Abfluss an Spüle oder Waschbecken verstopft ist, ist der Siphon der logischste Ansatzpunkt. Das ist meist schneller als man denkt und sehr effektiv, weil du den Schmutz tatsächlich entfernst, statt ihn nur zu „bearbeiten“.
Was dafür wichtig ist:
- Eimer unterstellen, Lappen bereithalten
- Siphon vorsichtig lösen, Wasser kontrolliert ablaufen lassen
- Ablagerungen entfernen, alles gründlich ausspülen
- Dichtungen korrekt einsetzen, handfest anziehen, danach kurz auf Dichtigkeit prüfen
Gerade wenn der Abfluss trotz Rohrreiniger verstopft bleibt, ist der Siphon oft die Stelle, an der du sofort siehst, warum.
5) Rohrspirale oder flexible Reinigungswelle
Wenn der Pfropfen hinter dem Siphon sitzt, ist eine Rohrspirale häufig der nächste sinnvolle Schritt. Damit kannst du den Pfropfen mechanisch anbohren, aufwickeln oder lösen. Das klappt besonders gut bei Haaren, bei Küchenresten und bei Mischpfropfen.
Wichtig ist dabei:
- Langsam einführen, nicht mit Gewalt drücken
- Bei Widerstand drehen und vorsichtig weiterarbeiten
- Zwischendurch herausziehen und reinigen
- Danach mit reichlich Wasser nachspülen, damit gelöster Schmutz abtransportiert wird
Das ist oft der Punkt, an dem ein „hoffnungsloser“ Abfluss plötzlich wieder frei wird.
Warum Rohrreiniger manchmal alles schlimmer wirken lässt
Das klingt paradox, passiert aber. Chemie kann Ablagerungen teilweise anlösen, wodurch sich ein Pfropfen verdichtet und kompakter setzt. Stell dir Fett vor, das weich wird und sich dann an einer Engstelle wie Kaugummi zusammenzieht. Oder Haare, die durch chemische Reaktion klebriger werden, bevor sie wirklich zerfallen.
Zusätzlich kann es passieren, dass ein Reiniger nur einen kleinen Kanal durch die Verstopfung frisst. Dann läuft das Wasser kurz besser, aber der Rest bleibt als „Ring“ an der Rohrwand. Das führt dazu, dass der Abfluss schnell wieder langsam wird, weil der Querschnitt immer noch stark eingeschränkt ist.
Sicherheitsregeln, wenn bereits Rohrreiniger im Spiel war
Wenn du schon chemische Mittel benutzt hast, ist Vorsicht sinnvoll, bevor du mechanisch weitermachst. Dabei geht es nicht um Drama, sondern um simple Vermeidung von Spritzern und unerwünschten Mischungen.
- Nicht verschiedene Reiniger nacheinander mischen, auch nicht „zur Sicherheit“
- Gut lüften und Handschuhe tragen, bei Spritzgefahr zusätzlich Schutzbrille
- Wenn du den Siphon öffnest, rechne mit Restflüssigkeit und arbeite langsam
- Bei Kontakt mit Haut: sofort mit viel Wasser abspülen
So bleibt es eine normale Haushaltsarbeit, nicht ein Experiment.
Typische Ursachen nach Raum: Küche, Bad, Dusche
Küche: Fett ist der Hauptgegner
In der Küche ist selten nur „ein bisschen Schmutz“ das Problem. Häufig sind es Fettfilme, die sich über Monate aufbauen. Sobald dann Reis, Nudeln, Krümel oder Kaffeesatz dazukommen, entsteht eine feste Masse. Rohrreiniger kann Fett anlösen, aber wenn sich bereits eine dicke Fettschicht aufgebaut hat, braucht es meist mechanisches Lösen und anschließend konsequente Vorbeugung.
Ein Hinweis auf Fettprobleme ist, wenn warmes Wasser kurz hilft, kaltes Wasser aber sofort wieder staut.
Waschbecken im Bad: Mischung aus Haaren, Seife, Zahnpasta
Hier sitzt die Verstopfung oft direkt im Siphon oder im kurzen Rohrstück dahinter. Zahnpasta und Seifenreste bilden eine Art Film, in dem Haare hängen bleiben. Der Abfluss wird langsam, dann plötzlich dicht. Chemie kann hier funktionieren, aber ein gereinigter Siphon ist häufig die schnellere Lösung.
Dusche und Badewanne: Haare und Seifenstein
Im Duschabfluss sind Haare der Klassiker. Ein Rohrreiniger kann helfen, wenn es noch nicht komplett dicht ist. Wenn schon gar nichts mehr läuft, ist der Pfropfen meist so kompakt, dass du ihn erst mechanisch packen musst. Danach läuft es oft sofort wieder.
Wenn-dann-Logik, um schnell die richtige Maßnahme zu wählen
Wenn nur die Dusche betroffen ist und das Wasser sehr langsam abläuft, dann lohnt sich zuerst das Abflusssieb und das Entfernen von Haaren direkt unter dem Ablauf. Danach ist eine Saugglocke oder eine flexible Welle oft wirksamer als ein weiterer Reiniger.
Wenn nur die Küchenspüle betroffen ist und es nach Fett riecht oder gluckert, dann ist heißes Wasser plus Saugglocke ein guter Start. Bleibt es zäh, ist der Siphon der nächste Kandidat, weil dort Fett und Krümel oft sichtbar sitzen.
Wenn Waschbecken und Dusche gleichzeitig Probleme machen, dann liegt die Blockade eher im gemeinsamen Strang. In dem Fall bringt Rohrreiniger selten den Durchbruch, weil er den Pfropfen nicht erreicht. Eine Spirale mit größerer Reichweite oder professionelle Reinigung ist dann realistischer.
Wenn das Wasser in einem anderen Ablauf hochkommt oder es nach Abwasser riecht, dann ist das ein Zeichen, dass die Leitung tiefer blockiert ist. Hier sollte man nicht ewig mit Chemie arbeiten, weil das Problem selten im vorderen Bereich sitzt.
Warum „mehr Rohrreiniger“ fast nie die beste Idee ist
Mehr Mittel bedeutet nicht automatisch mehr Wirkung. Im Gegenteil: Wenn viel Flüssigkeit im Abfluss steht, verdünnt sich der Wirkstoff ohnehin. Zudem kann zu häufige chemische Behandlung Oberflächen belasten und Ablagerungen ungünstig verändern. Viel wichtiger ist, den Pfropfen zu erreichen, zu lösen und anschließend die Leitung so zu spülen, dass gelöster Schmutz wirklich weg ist.
Ein sinnvoller Gedanke ist: Erst den Durchfluss wiederherstellen, dann die Leitung reinigen. Rohrreiniger wird erst dann hilfreich, wenn Wasser wieder zumindest teilweise abläuft und das Mittel an die richtigen Stellen kommt.
Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist
Es gibt Fälle, bei denen Heimlösungen schnell in Zeitverlust enden. Ein Profi hat nicht nur stärkere Werkzeuge, sondern auch Erfahrung, an welcher Stelle die Leitung typischerweise Probleme macht.
Anzeichen, dass du besser Hilfe holst:
- Mehrere Abflüsse gleichzeitig betroffen, besonders wenn Toilette oder Dusche dabei sind
- Wasser drückt zurück oder steigt in einem anderen Ablauf hoch
- Wiederkehrende Verstopfung im Wochenrhythmus trotz Reinigung
- Verdacht auf Rohrschaden, starke Geräusche, feuchte Stellen, ungewöhnlicher Geruch
- Du kommst mit Spirale nicht weiter, weil die Leitung stark verwinkelt ist oder sofort wieder blockiert
In solchen Situationen ist es oft günstiger, einmal gezielt reinigen zu lassen, als immer wieder Mittel zu kaufen und Zeit zu investieren.
Vorbeugung, damit es nicht wieder passiert
Wenn ein Abfluss einmal „kritisch“ war, lohnt sich ein kleiner Wechsel in der Routine. Die guten Nachrichten: Du musst nicht jeden Tag etwas tun, aber ein paar Gewohnheiten senken das Risiko stark.
Küche
- Fett und Öl nie in den Abfluss kippen, auch nicht „nur ein kleiner Rest“
- Pfanne mit Küchenpapier auswischen, bevor sie gespült wird
- Sieb nutzen, damit Krümel und Reis nicht in die Leitung wandern
- Regelmäßig heißes Wasser laufen lassen, vor allem nach fettigem Abwasch
Bad
- Haare regelmäßig aus Sieben entfernen, besonders nach dem Duschen
- Seifenreste nicht einfach in den Abfluss schieben
- Einmal pro Woche mit warmem Wasser nachspülen, damit sich weniger Film bildet
Allgemein
- Untersetzer und Gummistopfen sauber halten, weil sich dort Schmutz sammelt
- Bei alten Rohren lieber öfter mechanisch reinigen, statt häufig chemisch zu arbeiten
- Bei langsam werdendem Abfluss früh reagieren, nicht erst bei kompletter Blockade
Das klingt simpel, ist aber genau der Unterschied zwischen „nie wieder“ und „alle paar Monate wieder“.
Typische Alltagssituationen, die viel erklären
Manchmal hilft ein kurzer Blick auf Muster, um die Ursache zu finden.
- Der Abfluss ist nach dem Reiniger kurz frei, dann wieder langsam: Häufig liegt eine Ablagerungsschicht vor, die nur teilweise gelöst wurde. Mechanisches Entfernen plus gründliches Nachspülen ist dann sinnvoller als erneute Chemie.
- Der Abfluss ist nur bei kaltem Wasser schlecht: Das deutet oft auf Fett hin, weil Fett bei Kälte härter wird. Warmes Wasser plus Siphonreinigung trifft dann den Kern.
- Der Abfluss gluckert und riecht stärker: Luft kommt schlecht vorbei, oft wegen Teilverstopfung oder ungünstiger Strömung. Hier helfen Saugglocke und Spirale häufig besser.
Häufige Fragen zum Thema
Kann ein Rohrreiniger eine Verstopfung „festbacken“?
Er kann Ablagerungen teilweise anlösen, sodass sich ein Pfropfen an einer Engstelle dichter setzt. Das passiert vor allem bei Fett und Mischpfropfen aus Haaren, Seife und Schmutz. Deshalb ist mechanisches Lösen oft die bessere Ergänzung, wenn Chemie nicht sofort wirkt.
Warum wirkt Rohrreiniger in der Dusche schlechter als in der Spüle?
In der Dusche bestehen Verstopfungen häufig aus Haarfilz, der sehr kompakt sitzt. Chemie erreicht diesen Pfropfen oft nur an der Oberfläche, während das Innere stabil bleibt. Ein Herausziehen der Haare bringt hier meist den schnellsten Durchbruch.
Ist es normal, dass der Abfluss nach Rohrreiniger trotzdem langsam bleibt?
Ja, wenn die Leitung zwar nicht komplett dicht ist, aber innen mit Ablagerungen belegt bleibt. Dann ist der Querschnitt reduziert, und es fließt nur zäh ab. In so einem Fall hilft meist Spirale oder Siphonreinigung, damit die Leitung wieder frei wird.
Hilft heißes Wasser immer gegen Verstopfung?
Heißes Wasser hilft besonders bei Fett und Seifenfilm, weil es Material anweicht. Bei Haarpfropfen wirkt es deutlich weniger. Außerdem ersetzt es keine mechanische Entfernung, wenn ein fester Stopfen sitzt.
Kann ich nach Rohrreiniger direkt mit der Spirale arbeiten?
Das geht, aber nur mit Vorsicht, weil im Abfluss noch aggressive Flüssigkeit stehen kann. Schutzhandschuhe, langsames Arbeiten und Spritzschutz sind dann wichtig. Wenn möglich, lässt man vorher etwas Wasser ablaufen oder spült kontrolliert nach, ohne alles zu verwirbeln.
Warum ist der Siphon so oft der Problemort?
Im Siphon verlangsamt sich der Fluss, und schwerere Partikel setzen sich ab. Außerdem hängen dort Fett, Haare und Krümel gern fest, weil die Strömung durch die U-Form gebremst wird. Darum ist Siphonreinigung häufig die schnellste Lösung.
Woran erkenne ich, dass die Verstopfung tiefer sitzt?
Wenn mehrere Abflüsse betroffen sind oder Wasser in einem anderen Ablauf hochkommt, sitzt das Problem meist im gemeinsamen Strang. Auch wenn eine kurze lokale Reinigung nichts verändert, spricht das für eine Blockade weiter hinten. Dann ist Reichweite wichtiger als noch mehr Mittel.
Warum kommt die Verstopfung so schnell wieder?
Meist bleiben Ablagerungsschichten im Rohr, und der Abfluss hat ohnehin wenig Reserve. Ein kleiner neuer Schmutzanteil reicht dann, um wieder zu bremsen. Vorbeugung plus gründliche mechanische Reinigung reduziert dieses Muster deutlich.
Ist ein dauerhaft langsamer Abfluss immer eine Verstopfung?
Nicht zwingend, manchmal ist es auch ein Konstruktions- oder Altersproblem der Leitung, etwa wenig Gefälle oder starke Innenrauigkeit. Dann sammelt sich Schmutz schneller, obwohl du nichts „falsch“ machst. In solchen Fällen hilft eine professionelle Reinigung oft länger als wiederholte Chemie.
Können alte Rohre durch häufige Reiniger beschädigt werden?
Aggressive Chemie kann Materialien belasten, besonders wenn sie häufig genutzt wird oder lange steht. Bei älteren Leitungen kann das ungünstig sein, weil die Oberfläche ohnehin empfindlicher ist. Mechanisches Reinigen ist in solchen Fällen oft die schonendere Strategie.
Was ist die beste Reihenfolge, wenn ich heute noch eine Lösung brauche?
Starte mit den Maßnahmen, die den Pfropfen wirklich bewegen: Saugglocke, sichtbare Reinigung, Siphon, Spirale. Erst wenn wieder etwas Durchfluss da ist, kann ein Reiniger zum Nachreinigen sinnvoll sein. So nutzt du die Stärken beider Methoden, ohne dich festzufahren.
Zusammenfassung
Wenn der Abfluss trotz Rohrreiniger verstopft bleibt, liegt das meist daran, dass die Chemie den Pfropfen nicht erreicht oder dass die Verstopfung aus Material besteht, das sich nur schwer auflösen lässt. Häufig sind Siphon, Haarfilz, Fettklumpen oder Ablagerungsschichten die eigentliche Ursache. Mechanische Methoden wie Saugglocke, Siphonreinigung oder Spirale bringen oft schneller Ergebnisse und entfernen den Schmutz tatsächlich. Mit ein paar vorbeugenden Gewohnheiten sinkt außerdem die Chance, dass die Verstopfung bald wiederkehrt.
Fazit
Rohrreiniger ist kein Allheilmittel, sondern ein Werkzeug für bestimmte Verstopfungen. Sobald die Blockade kompakt, fettig, mineralisch oder tief in der Leitung sitzt, brauchst du meist Mechanik statt mehr Chemie. Wer zuerst den Ort der Verstopfung eingrenzt, dann Schritt für Schritt löst und anschließend die Leitung sauber durchspült, bekommt den Abfluss in den meisten Fällen wieder frei und bleibt langfristig entspannter.